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Planung

Heizlastberechnung: Wie viel Heizung brauchst du wirklich?

Heizlastberechnung erklärt: Was es ist, wie man es berechnet und warum es für Wärmepumpen entscheidend ist. Mit praktischen Beispielen.

Lesezeit: 4-6 Min.

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Heizlastberechnung: Das Fundament der Heizungsplanung

Die Heizlastberechnung ist das A und O bei der Wahl der richtigen Wärmepumpe. Sie bestimmt, wie groß deine Anlage sein muss. Eine falsche Berechnung führt zu ineffizienten, teuren oder unterdimensionierten Systemen. Dieser Ratgeber erklärt, wie Heizlastberechnungen funktionieren und warum sie so wichtig sind.

Was ist die Heizlast eigentlich?

Heizlast = Die maximale Wärmeleistung, die dein Haus braucht

Gemessen in Watt (W) oder Kilowatt (kW). Sie sagt: "Bei den kältesten Tagen des Jahres brauche ich diese viel Wärme, um mein Haus auf 21°C zu halten."

Beispiel: Eine Heizlast von 10 kW bedeutet: Im tiefsten Winter braucht das Haus maximal 10 Kilowatt Wärmeleistung.

Wichtig: Das ist NICHT der durchschnittliche Verbrauch! Der Durchschnitt ist deutlich niedriger.

Was beeinflusst die Heizlast?

Dämmstandard

Schlecht gedämmtes Haus: +50% Heizlast vs. gut gedämmt

U-Wert der Außenwände: 0,3 W/(m²K) vs 0,8 W/(m²K)

Grundfläche des Hauses

Größeres Haus = höhere Heizlast

100 m² vs 200 m²: Etwa doppelte Heizlast

Außentemperatur (regional)

Kalte Regionen: höhere Heizlast

München vs. Hamburg: ~20% Unterschied

Fensterqualität

Alte Fenster: +30% Heizlast

Einfachverglasung vs. 3-fach Verglasung

Temperaturwunsch innen

21°C vs 18°C: ~15% Unterschied

Komfortwunsch vs. Energie sparen

Lüftungsverluste

Schlechte Abdichtung: +20% Heizlast

Undichte Fenster/Türen vs. luftdichtes Haus

Praktische Beispiele: Heizlast für verschiedene Häuser

Typische Heizlasten und Jahresverbräuche:

Modernes EFH, 150 m², top gedämmt

Heizlast

6-8 kW

Jahresverbrauch

3.500-4.500 kWh

WP-Größe

5-6 kW

💡 Kleine Wärmepumpe ausreichend, läuft effizient

Standard EFH, 150 m², 1990er

Heizlast

12-15 kW

Jahresverbrauch

6.000-8.000 kWh

WP-Größe

10-12 kW

💡 Mittlere Wärmepumpe sinnvoll

Altbau, 150 m², vor 1980

Heizlast

18-25 kW

Jahresverbrauch

10.000-14.000 kWh

WP-Größe

15-20 kW

💡 Große WP nötig oder erst dämmen

Große Villa, 250 m², gut gedämmt

Heizlast

15-20 kW

Jahresverbrauch

8.000-11.000 kWh

WP-Größe

12-16 kW

💡 Wärmepumpe optimal, auch mit PV

Heizlast und Wärmepumpen-Größe: Das richtige Verhältnis

Die Heizlast bestimmt direkt, wie groß deine Wärmepumpe sein sollte. Aber es gibt eine wichtige Regel:

Faustregel: Wärmepumpen-Größe = 70-90% der Heizlast

Die Wärmepumpe muss nicht die volle Heizlast abdecken. Der fehlende Teil wird durch den Speicher und intelligente Steuerung ausgeglichen. Das macht die Anlage wirtschaftlicher.

Beispiel: Heizlast 15 kW → Wärmepumpe 10-12 kW ist optimal.

Warum nicht die vollen 15 kW? Weil im tiefsten Winter der Speicher mithelfen kann, und die WP nicht ständig auf Vollast laufen muss.

Professionelle Heizlastberechnung: So wird es gemacht

1. Energieausweis / DIN-Berechnung

Professionelle Energieberater nutzen DIN EN 12831 Norm. Sie berücksichtigen alle Faktoren und liefern genaue Werte. Kostet 500-1.500€.

2. Thermische Gebäudesimulation

Für komplexe Häuser oder Altbauten: Computersimulation des Wärmeverhaltens. Sehr präzise, aber teuer (1.500-3.000€).

3. Schnelle Faustregel

Als Orientierung: Modernes Haus 10-15 W/m², Altbau 20-40 W/m². Multipliziert mit Grundfläche gibt Näherungswert. Aber: Nicht präzise, nur zur Orientierung.

Empfehlung: Bei Wärmepumpen sollte immer eine professionelle DIN-Berechnung erfolgen. Die 500-1.500€ sparen sich durch richtige Dimensionierung vielfach ein.

Häufige Fehler bei Heizlast-Berechnungen

Zu kleine Heizlast angenommen

Folgen: Wärmepumpe ist zu klein, läuft ständig auf Hochtouren, ineffizient, Heizbetrieb mit Heizstab

Lösung: Fachmann / Energieausweis konsultieren

Zu große Heizlast angenommen

Folgen: Oversized Wärmepumpe, läuft viel im Teillast-Betrieb, weniger effizient

Lösung: Lieber 10% übergroß als zu klein, ist OK

Klimaanlage mit Heizlast verwechselt

Folgen: Total falsche Berechnung, falsche Gerätwahl

Lösung: Heizlast = Maximum an Heizleistung die nötig ist

Alte Heizlast-Werte nutzen

Folgen: Wenn Haus zwischenzeitlich gedämmt wurde: falsche Werte

Lösung: Nach Dämmung neu berechnen (deutlich niedriger)

Heizlast sinkt mit Sanierung

Eine der wichtigsten Erkenntnisse: Sanierung reduziert die Heizlast drastisch.

Dämmung der Fassade: -20-30% Heizlast

Neue Fenster: -15-20% Heizlast

Dachdämmung: -10-15% Heizlast

Kellerdecke dämmen: -5-10% Heizlast

Kombiniert: -50-70% möglich! Das macht eine viel kleinere, günstigere Wärmepumpe nötig.

Strategie: Erst sanieren, dann Wärmepumpe. Das ist wirtschaftlicher und effizienter.

Fazit: Heizlastberechnung ist essentiell

Die Heizlastberechnung ist das Fundament der Heizungsplanung. Eine genaue Berechnung sorgt dafür, dass deine Wärmepumpe die richtige Größe hat – nicht zu klein (ineffizient) und nicht zu groß (Geldverschwendung).

Investiere die 500-1.500€ in eine professionelle DIN-Berechnung. Das spart dir mit Sicherheit mehr bei der Wahl und dem Betrieb der Wärmepumpe.

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