Die Heizlastberechnung ist der Schlüssel zur optimalen Dimensionierung deiner Heizungsanlage. In diesem ultimativen Leitfaden erfährst du alles, was du über Heizlast wissen musst — von den Grundlagen über die DIN-Norm bis zur praktischen Anwendung. Mit interaktiven Rechnern und visuellen Vergleichen.
Was ist Heizlast und warum ist sie wichtig?
Die Heizlast ist die Wärmeleistung in Kilowatt (kW), die eine Heizungsanlage erbringen muss, um dein Gebäude auch bei extremen Außentemperaturen auf der gewünschten Innentemperatur zu halten. Sie ist die wichtigste Kennzahl für die Dimensionierung deiner Heizung.
Definition
Die Heizlast beschreibt, wie viel Wärmeenergie (in kW) kontinuierlich zugeführt werden muss, um die Raumtemperatur bei kalten Außentemperaturen konstant zu halten.
Bedeutung
Sie ist die Grundlage für die richtige Heizungsgröße: Zu groß = teure Anschaffung & hoher Verbrauch. Zu klein = kalte Räume.
Heizlast vs. Heizleistung: Der Unterschied
Diese beiden Begriffe werden oft verwechselt, haben aber unterschiedliche Bedeutungen:
- Heizlast: Der tatsächliche Wärmebedarf deines Gebäudes (abhängig von Dämmung, Größe, Standort)
- Heizleistung: Die maximale Leistung, die deine Heizungsanlage erbringen kann
Gut zu wissen
Die Heizleistung sollte die Heizlast abdecken, aber nicht stark überschreiten. Eine Überdimensionierung von 10-15% ist optimal. Mehr führt zu unnötigen Kosten und schlechterem Wirkungsgrad.
Warum ist die Heizlastberechnung so wichtig?
Eine korrekte Heizlastberechnung ist aus mehreren Gründen entscheidend:
Kostenersparnis bei der Anschaffung
Eine überdimensionierte Wärmepumpe kostet 3.000-5.000 € mehr als nötig.
Niedrigere Betriebskosten
Optimal dimensionierte Anlagen arbeiten effizienter und verbrauchen weniger Strom.
Besserer Komfort
Gleichmäßige Wärmeverteilung ohne Temperaturschwankungen.
Fördervoraussetzung
Für BAFA/BEG-Förderung ist eine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 erforderlich.
Längere Lebensdauer
Richtig dimensionierte Anlagen takten seltener und halten länger.
Wie wird die Heizlast berechnet?
Die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 berücksichtigt alle Wärmeverluste eines Gebäudes. Die Grundformel lautet:
Heizlast-Formel
ΦHL = ΦT + ΦV + ΦRH
ΦHL = Heizlast (in Watt)
ΦT = Transmissionswärmeverluste (durch Bauteile)
ΦV = Lüftungswärmeverluste (durch Luftaustausch)
ΦRH = Aufheizleistung (bei Absenkung)
Die drei Komponenten der Heizlast im Detail
1. Transmissionswärmeverluste (ΦT)
Transmissionswärmeverluste entstehen durch die Wärmeübertragung durch Bauteile wie Wände, Fenster, Dach und Bodenplatte.
Formel:
ΦT = Σ (A × U × ΔT)
A = Fläche des Bauteils (in m²)
U = U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient in W/(m²·K))
ΔT = Temperaturdifferenz innen/außen (in K)
Beispiel: Eine ungedämmte Außenwand (U-Wert 1,4 W/(m²·K)) von 20 m² bei -12 °C Außen- und +20 °C Innentemperatur:
- ΦT = 20 m² × 1,4 W/(m²·K) × (20 - (-12)) K = 896 W
2. Lüftungswärmeverluste (ΦV)
Lüftungswärmeverluste entstehen durch den Austausch von warmer Innenluft mit kalter Außenluft — sei es durch Fensterlüftung oder eine Lüftungsanlage.
Formel:
ΦV = V × n × ρ × cp × ΔT
V = Raumvolumen (in m³)
n = Luftwechselrate (in 1/h)
ρ × cp = spezifische Wärmekapazität der Luft (0,34 Wh/(m³·K))
ΔT = Temperaturdifferenz (in K)
Gut zu wissen
Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung kann die Lüftungswärmeverluste um bis zu 80% reduzieren. Das spart erheblich Heizenergie und senkt die benötigte Heizlast deutlich.
3. Aufheizleistung (ΦRH)
Die Aufheizleistung wird benötigt, wenn die Heizung nach einer Absenkphase (z.B. nachts) die Räume wieder schnell aufheizen soll. Sie ist optional und wird meist mit einem Faktor von 10-20% auf die Summe aus Transmissions- und Lüftungswärmeverlusten aufgeschlagen.
Der 4-Schritte-Prozess der Heizlastberechnung
Standort & Gebäudetyp
Auslegungstemperatur bestimmen (abhängig von der Klimazone) und Gebäudetyp definieren.
Geschosse & Flächen
Raumweise oder geschossweise Flächen erfassen und Hüllflächen berechnen.
Dämmung & Lüftung
U-Werte der Bauteile ermitteln, Lüftungskonzept festlegen (Fenster, Lüftungsanlage).
Heizlast berechnen
Alle Wärmeverluste addieren und Sicherheitszuschläge berücksichtigen.
Welche Faktoren beeinflussen die Heizlast?
Die Heizlast wird von zahlreichen Faktoren beeinflusst. Die wichtigsten haben wir hier für dich zusammengestellt — mit ihrem jeweiligen Einfluss auf den Gesamtwärmebedarf.
Einfluss der Faktoren auf die Heizlast
Durchschnittlicher Einfluss auf die Gesamtheizlast (Richtwerte)
1. Dämmstandard (U-Wert) — Größter Einflussfaktor
Der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) beschreibt, wie viel Wärme durch ein Bauteil nach außen verloren geht. Je niedriger der U-Wert, desto besser die Dämmung.
| Bauteil | Altbau (vor 1995) | Neubau (EnEV 2014) | KfW 40/55 |
|---|---|---|---|
| Außenwand | 1,0 - 1,4 | 0,24 - 0,28 | 0,15 - 0,20 |
| Dach | 0,8 - 1,2 | 0,20 - 0,24 | 0,14 - 0,18 |
| Fenster | 2,5 - 3,0 | 1,1 - 1,3 | 0,8 - 0,95 |
| Bodenplatte | 1,0 - 1,5 | 0,30 - 0,35 | 0,22 - 0,28 |
Alle Werte in W/(m²·K). Je niedriger, desto besser.
Dämmung macht den größten Unterschied
Eine Dämmung kann die Heizlast um bis zu 70% reduzieren. Ein Altbau mit 150 W/m² Heizlast kann durch Dämmung auf 45-60 W/m² gesenkt werden.
2. Fensterfläche und Fensterqualität
Fenster sind Schwachstellen in der Gebäudehülle. Große Fensterflächen erhöhen die Heizlast erheblich — besonders bei alten Fenstern mit schlechten U-Werten.
- Einfachverglasung: U-Wert ca. 5,0 W/(m²·K) — heute nicht mehr zulässig
- Zweifachverglasung (alt): U-Wert ca. 2,5-3,0 W/(m²·K)
- Zweifachverglasung (modern): U-Wert ca. 1,1-1,3 W/(m²·K)
- Dreifachverglasung: U-Wert ca. 0,6-0,9 W/(m²·K)
3. Lüftungskonzept
Die Art der Lüftung hat erheblichen Einfluss auf die Lüftungswärmeverluste:
Fensterlüftung
Luftwechselrate: 0,5-0,7 h⁻¹
Abluftanlage
Luftwechselrate: 0,4-0,5 h⁻¹
Lüftung mit WRG
Wärmerückgewinnung: 75-90%
4. Standort und Auslegungstemperatur
Die Auslegungstemperatur ist die tiefste zu erwartende Außentemperatur an deinem Standort. Sie variiert je nach Klimazone in Deutschland:
- Küstenregionen: -10 bis -12 °C
- Flachland: -12 bis -14 °C
- Mittelgebirge: -14 bis -16 °C
- Alpen/Hochlagen: -16 bis -20 °C
Je kälter die Auslegungstemperatur, desto höher die Temperaturdifferenz und damit die Heizlast.
5. Weitere Einflussfaktoren
Gebäudegeometrie
Das Verhältnis von Hüllfläche zu Volumen (A/V-Verhältnis) beeinflusst die Wärmeverluste. Kompakte Gebäude haben weniger Verluste.
Solare Gewinne
Südfenster bringen passive solare Wärmegewinne, die die Heizlast reduzieren können (werden in der Norm berücksichtigt).
Interne Wärmequellen
Personen, Elektrogeräte und Beleuchtung erzeugen Wärme, die die Heizlast leicht reduziert.
Luftdichtheit
Undichte Gebäudehüllen erhöhen die Infiltrationsverluste und damit die Heizlast.
Heizlast bei verschiedenen Gebäudetypen
Die Heizlast unterscheidet sich stark je nach Dämmstandard des Gebäudes. Hier siehst du einen direkten Vergleich der typischen Heizlast-Werte pro Quadratmeter Wohnfläche.
Heizlast nach Gebäudestandard (W/m²)
Typische Heizlast-Werte für ein 140 m² Einfamilienhaus mit 2,5 m Deckenhöhe
Altbau (vor 1995): 80-150 W/m²
Merkmale von Altbauten
- • Einfach- oder alte Zweifachverglasung
- • Ungedämmte oder schwach gedämmte Außenwände (U ≈ 1,0-1,4)
- • Ungedämmtes Dach oder oberste Geschossdecke
- • Keine oder minimale Kellerdeckendämmung
- • Oft undichte Gebäudehülle
Beispielrechnung für 140 m²-Altbau:
- Heizlast: 110 W/m² × 140 m² = 15,4 kW
- Empfohlene Wärmepumpe: 16-18 kW Heizleistung
Gut zu wissen
Altbauten sind grundsätzlich für Wärmepumpen geeignet, benötigen aber meist eine größere Anlage oder vorherige Dämmmaßnahmen. Eine gute Dämmung kann die Heizlast um 50-70% senken.
Neubau nach EnEV 2014/2016: 45-65 W/m²
Merkmale von EnEV-Neubauten
- • Zweifachverglasung mit U ≈ 1,1-1,3
- • Gedämmte Außenwände (U ≈ 0,24-0,28)
- • Gedämmtes Dach (U ≈ 0,20-0,24)
- • Gedämmte Bodenplatte/Kellerdecke
- • Luftdichte Gebäudehülle
Beispielrechnung für 140 m²-Neubau:
- Heizlast: 55 W/m² × 140 m² = 7,7 kW
- Empfohlene Wärmepumpe: 8-9 kW Heizleistung
KfW 55 / KfW 40: 30-50 W/m²
Merkmale von KfW-Effizienzhäusern
- • Dreifachverglasung mit U ≈ 0,7-0,9
- • Hochgedämmte Außenwände (U ≈ 0,15-0,20)
- • Hochgedämmtes Dach (U ≈ 0,14-0,18)
- • Sehr gute Luftdichtheit (n50 ≤ 1,5)
- • Oft Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung
Beispielrechnung für 140 m²-KfW 40:
- Heizlast: 35 W/m² × 140 m² = 4,9 kW
- Empfohlene Wärmepumpe: 5-6 kW Heizleistung
Passivhaus: 10-15 W/m²
Passivhäuser haben einen extrem niedrigen Heizwärmebedarf von maximal 15 kWh/(m²·a). Die Heizlast beträgt typischerweise nur 10-15 W/m².
- U-Werte der Außenwände: ≤ 0,15 W/(m²·K)
- Dreifachverglasung mit U ≤ 0,8
- Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung (≥ 75%)
- Extrem luftdichte Bauweise (n50 ≤ 0,6)
Bei einem 140 m² Passivhaus liegt die Heizlast bei nur etwa 2 kW — eine kleine Wärmepumpe oder sogar nur die Lüftungsanlage mit Nachheizregister reicht aus.
Vergleichstabelle: Heizlast für 140 m² Einfamilienhaus
| Gebäudetyp | Heizlast W/m² | Heizlast gesamt | Wärmepumpe |
|---|---|---|---|
| Altbau (vor 1995) | 110 | 15,4 kW | 16-18 kW |
| Neubau EnEV | 55 | 7,7 kW | 8-9 kW |
| KfW 55 | 45 | 6,3 kW | 7-8 kW |
| KfW 40 | 35 | 4,9 kW | 5-6 kW |
| Passivhaus | 15 | 2,1 kW | 3-4 kW |
DIN EN 12831: Die Norm für Heizlastberechnung
Die DIN EN 12831 ist die europäische Norm für die Berechnung der Norm-Heizlast von Gebäuden. Sie wurde entwickelt, um eine einheitliche und verlässliche Methode zur Bestimmung der erforderlichen Heizleistung zu schaffen.
Vollständiger Titel
DIN EN 12831-1: Energetische Bewertung von Gebäuden — Verfahren zur Berechnung der Norm-Heizlast
Erstveröffentlichung
2003
Aktuelle Version
DIN EN 12831-1:2017
Was regelt die DIN EN 12831?
Die Norm definiert ein standardisiertes Verfahren zur Berechnung der Heizlast und legt fest:
Randbedingungen
Auslegungstemperaturen, Innentemperaturen, Luftwechselraten
Berechnungsverfahren
Formeln für Transmissions- und Lüftungswärmeverluste
Wärmebrücken
Zuschläge für geometrische und konstruktive Wärmebrücken
Aufheizleistung
Zuschlag für die Wiederaufheizung nach Nachtabsenkung
Raumweise Berechnung
Heizlast wird für jeden Raum einzeln ermittelt und aufsummiert
Vereinfachtes vs. detailliertes Verfahren
Die DIN EN 12831 kennt zwei Berechnungsverfahren:
Vereinfachtes Verfahren
- Geschossweise Berechnung
- Pauschale U-Werte
- Schneller und einfacher
- Geeignet für Ersteinschätzung
→ Unser Heizlastrechner nutzt dieses Verfahren
Detailliertes Verfahren
- Raumweise Berechnung
- Individuelle U-Werte je Bauteil
- Exakte Wärmebrückenberechnung
- Für Förderanträge erforderlich
→ Von Energieberatern genutzt
Auslegungstemperaturen nach DIN EN 12831
Die Norm definiert für jede Region in Deutschland eine Auslegungstemperatur — die tiefste zu erwartende Außentemperatur, die statistisch alle 10 Jahre für mindestens 48 Stunden erreicht wird.
| Klimazone | Auslegungstemperatur | Beispielregionen |
|---|---|---|
| Zone 1 | -10 °C | Küstenregionen (Hamburg, Bremen) |
| Zone 2 | -12 °C | Norddeutsches Tiefland |
| Zone 3 | -14 °C | Mitteldeutschland (Berlin, Leipzig, Frankfurt) |
| Zone 4 | -16 °C | Süddeutschland (München, Stuttgart) |
| Zone 5 | -18 bis -22 °C | Alpen, Hochlagen über 800m |
Norm-Innentemperaturen
Die DIN EN 12831 legt auch fest, welche Innentemperaturen für verschiedene Raumarten angesetzt werden:
- Wohnräume: 20 °C
- Badezimmer: 24 °C
- Schlafzimmer: 18 °C (optional)
- Flure/Treppenhäuser (beheizt): 15-18 °C
- Keller (beheizt): 15-18 °C
Wichtig für die Praxis
Die DIN EN 12831 ist für BAFA-Förderanträge und professionelle Heizungsplanungen vorgeschrieben. Unser vereinfachter Rechner gibt dir eine gute Ersteinschätzung — für den Förderantrag benötigst du eine detaillierte Berechnung vom Energieberater.
Typische Fehler bei der Heizlastberechnung vermeiden
Bei der Heizlastberechnung werden häufig Fehler gemacht, die zu erheblichen Mehrkosten oder Komforteinbußen führen. Hier sind die 8 häufigsten Fehler und wie du sie vermeidest:
1. Überdimensionierung als "Sicherheit"
HäufigProblem:
"Lieber etwas größer, dann ist man auf der sicheren Seite" — dieser Gedanke führt häufig zu 30-50% überdimensionierten Anlagen.
Folgen:
3.000-5.000 € höhere Anschaffungskosten, schlechterer Wirkungsgrad durch Taktung, höherer Stromverbrauch.
✓ Lösung:
Eine Überdimensionierung von maximal 10-15% ist ausreichend. Die Heizlastberechnung nach Norm berücksichtigt bereits Sicherheitszuschläge.
2. Veraltete Faustformeln nutzen
HäufigProblem:
"100 Watt pro Quadratmeter reicht" — diese pauschale Faustformel ignoriert den tatsächlichen Dämmstandard komplett.
Folgen:
Bei Neubauten massive Überdimensionierung (Faktor 2-3), bei Altbauten möglicherweise zu klein.
✓ Lösung:
Nutze moderne Berechnungsverfahren, die Dämmstandard, Fenster und Lüftung berücksichtigen. Unser Rechner basiert auf aktuellen Normen.
3. Dämmstandard falsch einschätzen
HäufigProblem:
Baujahr allein sagt wenig über die Dämmung aus — viele Altbauten wurden nachträglich gedämmt, manche Neubauten nur nach Mindeststandard gebaut.
Folgen:
Heizlast kann um 50-100% daneben liegen. Zu groß = teuer, zu klein = kalte Räume.
✓ Lösung:
Prüfe die tatsächlichen U-Werte der Bauteile. Bei Unsicherheit: Energieausweis anschauen oder Energieberater hinzuziehen.
4. Lüftungswärmeverluste ignorieren
MittelProblem:
Viele Berechnungen berücksichtigen nur Transmissionsverluste, vergessen aber die Lüftung — diese macht oft 30-40% der Heizlast aus.
Folgen:
Heizung ist unterdimensioniert, besonders bei dichter Gebäudehülle ohne Lüftungsanlage.
✓ Lösung:
Lüftungskonzept unbedingt einbeziehen. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung senkt die Heizlast deutlich.
5. Regionale Klimadaten vernachlässigen
MittelProblem:
Die Auslegungstemperatur variiert in Deutschland von -10 °C (Küste) bis -22 °C (Alpen). Viele nutzen pauschal -15 °C.
Folgen:
In milden Regionen Überdimensionierung, in kalten Regionen zu kleine Anlage.
✓ Lösung:
Nutze die exakte Auslegungstemperatur für deine PLZ. Unser Rechner macht das automatisch basierend auf deinem Standort.
6. Aufheizleistung übertreiben
SeltenProblem:
Manche Planer setzen 30-40% Aufheizleistung an, obwohl die Norm nur 10-15% vorsieht (und das auch nur bei Nachtabsenkung).
Folgen:
Unnötig große und teure Heizung. Bei Wärmepumpen führt das zu schlechterem COP.
✓ Lösung:
Bei moderner Dämmung und ohne Nachtabsenkung ist praktisch keine Aufheizleistung nötig. Maximal 10-15% aufschlagen.
7. Geschossweise statt raumweise
SeltenProblem:
Viele vereinfachte Berechnungen gehen von gleichmäßiger Verteilung aus — dabei haben Dachgeschoss und Erdgeschoss oft deutlich höhere Verluste.
Folgen:
Heizkörper im Dachgeschoss zu klein dimensioniert, im Erdgeschoss zu groß.
✓ Lösung:
Für die Heizkörperauslegung sollte eine raumweise Berechnung erfolgen. Die Gesamtheizlast kann geschossweise ermittelt werden.
8. Heizlast mit Jahresheizwärmebedarf verwechseln
MittelProblem:
Die Heizlast (in kW) ist NICHT dasselbe wie der Jahresheizwärmebedarf (in kWh/Jahr). Viele verwechseln diese Begriffe.
Folgen:
Falsche Dimensionierung oder unrealistische Erwartungen an Energiekosten.
✓ Lösung:
Heizlast = maximale Leistung für den kältesten Tag. Jahresheizwärmebedarf = Energiemenge übers Jahr. Beides muss getrennt betrachtet werden.
Vermeide diese Fehler mit unserem Rechner
Unser überschlägiger Heizlastrechner nutzt bewährte Methoden und berücksichtigt automatisch alle relevanten Faktoren: Dämmstandard, Lüftung, regionale Klimadaten und mehr. Die geschossweise Berechnung vermeidet die typischen Fehler und gibt dir eine realistische Ersteinschätzung. Für Förderanträge benötigst du zusätzlich eine detaillierte DIN EN 12831-Berechnung vom Energieberater.
Regionale Unterschiede: Heizlast und Klimazonen in Deutschland
Die Heizlast variiert erheblich je nach Standort in Deutschland. Der wichtigste Faktor ist die Auslegungstemperatur — die tiefste Außentemperatur, die an diesem Ort statistisch alle 10 Jahre für mindestens 48 Stunden erreicht wird.
Klimazonen in Deutschland
Küstenregionen
×0,85Hamburg, Bremen, Kiel, Rostock
Norddeutsches Tiefland
×0,92Hannover, Schwerin, Magdeburg
Mitteldeutschland
×1,00Berlin, Leipzig, Frankfurt/Main, Köln
Süddeutschland
×1,08München, Stuttgart, Nürnberg
Mittelgebirge
×1,15Schwarzwald, Harz, Erzgebirge
Alpenregion & Hochlagen
×1,25Garmisch, Oberstdorf, über 800m Höhe
Faktoren relativ zu Mitteldeutschland (-14 °C). Bei gleicher Dämmung hat ein Haus in den Alpen 25% höhere Heizlast als in Hamburg.
Beispielrechnung: Gleiche Dämmung, verschiedene Standorte
Ein identisches 140 m² Einfamilienhaus (KfW 55-Standard) an verschiedenen Standorten:
| Standort | Auslegungstemperatur | Heizlast | Unterschied |
|---|---|---|---|
| Hamburg (Küste) | -10 °C | 5,4 kW | -15% |
| Berlin (Mitteldeutschland) | -14 °C | 6,3 kW | Referenz |
| München (Süddeutschland) | -16 °C | 6,8 kW | +8% |
| Garmisch (Alpen) | -20 °C | 7,9 kW | +25% |
Gut zu wissen
Die Höhenlage hat ebenfalls großen Einfluss: Pro 100 Höhenmeter sinkt die Temperatur um etwa 0,6-1 °C. Ein Haus auf 1.000m Höhe hat deutlich höhere Heizlast als im Tal — selbst bei gleichem Breitengrad.
Weitere regionale Faktoren
Neben der Auslegungstemperatur spielen noch weitere standortabhängige Faktoren eine Rolle:
Windexposition
- •Küstenlagen: höhere Windlasten erhöhen Infiltrationsverluste
- •Freistehende Gebäude auf Kuppen besonders betroffen
- •Zuschlag von 5-15% je nach Windzone
Solare Einstrahlung
- •Süddeutschland: höhere solare Gewinne im Winter
- •Norddeutschland: weniger Sonnenstunden reduziert Gewinne
- •Große Südfenster können Heizlast um 5-10% senken
Luftfeuchtigkeit
- •Küstenregionen: höhere Luftfeuchtigkeit
- •Feuchte Luft fühlt sich kälter an (gefühlte Temperatur)
- •Einfluss auf Komfort, weniger auf Heizlast
Bodenbeschaffenheit
- •Felsiger Untergrund: höhere Wärmeverluste nach unten
- •Grundwassernähe: kann isolierend oder kühlend wirken
- •Relevant für Bodenplatten ohne Dämmung
Klimawandel und zukünftige Entwicklungen
Die Auslegungstemperaturen in der DIN EN 12831 basieren auf Wetterdaten der letzten Jahrzehnte. Der Klimawandel führt zu milderen Wintern — bedeutet das, dass wir künftig geringere Heizlasten haben?
Ja und Nein: Der Jahresheizwärmebedarf sinkt durch mildere Temperaturen. Die Heizlast selbst (für den kältesten Tag) bleibt aber weitgehend konstant, da Extremwetterereignisse weiterhin auftreten. Die Heizung muss also weiterhin für -14 °C in Berlin ausgelegt werden — auch wenn dieser Fall seltener eintritt.
Kosten & Ersparnis durch korrekte Heizlastberechnung
Eine korrekte Heizlastberechnung spart bares Geld — sowohl bei der Anschaffung als auch im laufenden Betrieb. Hier siehst du konkret, wie viel du sparen kannst.
Ersparnis-Rechner
Berechne deine potenzielle Ersparnis
Überdimensioniert (30% zu groß)
22.400 €
+ 6.300 kWh/Jahr
Korrekt dimensioniert
18.200 €
+ 4.900 kWh/Jahr
Ersparnis bei Anschaffung
4.200 €
Jährliche Stromersparnis
490 € / Jahr
Gesamtkosten über 10 Jahre (Anschaffung + Betrieb)
Annahme: Strompreis 35 ct/kWh, überdimensionierte Anlage verbraucht 30% mehr Strom durch häufiges Takten
Kostenaufstellung im Detail
| Position | Überdimensioniert | Korrekt | Ersparnis |
|---|---|---|---|
| Wärmepumpe | 18.000 € | 14.000 € | 4.000 € |
| Pufferspeicher | 2.500 € | 1.800 € | 700 € |
| Installation & Zubehör | 4.500 € | 4.000 € | 500 € |
| Anschaffungskosten gesamt | 25.000 € | 19.800 € | 5.200 € |
| Stromkosten pro Jahr | 2.200 € | 1.700 € | 500 €/Jahr |
| Gesamtkosten nach 10 Jahren | 47.000 € | 36.800 € | 10.200 € |
Gut zu wissen
Die Mehrkosten durch Überdimensionierung amortisieren sich niemals. Eine zu große Wärmepumpe ist dauerhaft teurer im Betrieb — sowohl beim Stromverbrauch als auch bei Wartung und Verschleiß durch häufiges Takten.
Was kostet eine professionelle Heizlastberechnung?
Eine detaillierte Heizlastberechnung durch einen Energieberater kostet:
- Einfamilienhaus: 300-600 € (raumweise)
- Einfamilienhaus (komplex): 600-800 € (mit Wärmebrückenberechnung)
- Mehrfamilienhaus: 800-1.500 € (je nach Größe)
Diese Investition lohnt sich: Mit einer korrekten Berechnung sparst du bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus 5.000-10.000 € über die Lebensdauer der Anlage.
Unser kostenloser Heizlastrechner
Mit unserem kostenlosen Online-Rechner erhältst du eine überschlägige Heizlastberechnung in 5 Minuten. Perfekt als Ersteinschätzung und zur Vorbereitung auf Gespräche mit Fachbetrieben. Für den Förderantrag benötigst du anschließend eine detaillierte Berechnung vom Energieberater.
Heizlast selbst berechnen oder vom Profi?
Die Frage, ob du die Heizlast selbst berechnen solltest oder einen Energieberater beauftragst, hängt von deiner Situation ab. Hier ist eine übersichtliche Entscheidungshilfe.
Selbst berechnen
Mit Online-Rechner
Vorteile
- Kostenlos und sofort verfügbar
- In 5-10 Minuten fertig
- Gute Ersteinschätzung
- Ideal zur Vorbereitung
- Mehrere Varianten durchspielen
Nachteile
- Überschlägig, nicht raumweise
- Nicht für Förderanträge geeignet
- Pauschale U-Werte
- Keine Wärmebrückenberechnung
Vom Energieberater
Professionelle Berechnung
Vorteile
- Raumweise nach DIN EN 12831
- Für BAFA-Förderung anerkannt
- Individuelle U-Werte
- Wärmebrückenberechnung
- Hydraulischer Abgleich inklusive
- Rechtssicher & haftbar
Nachteile
- Kosten: 300-800 € für EFH
- Terminfindung nötig
- Dauer: 1-2 Wochen
Wann reicht die eigene Berechnung?
Ersteinschätzung und Planung
Du möchtest wissen, welche Größenordnung deine Heizung haben sollte, bevor du Fachbetriebe kontaktierst.
Vergleich verschiedener Szenarien
Du willst mehrere Dämmvarianten durchspielen und deren Einfluss auf die Heizlast sehen.
Grobe Kostenkalkulation
Du brauchst eine Orientierung für die Wärmepumpengröße und damit verbundene Kosten.
Vorbereitung auf Beratungsgespräche
Du möchtest bei Gesprächen mit Handwerkern und Energieberatern mitreden können.
Wann brauchst du einen Energieberater?
BAFA-Förderung beantragen
Für die BEG-Förderung ist eine detaillierte Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 vorgeschrieben.
Komplexe Gebäude
Mehrfamilienhaus, denkmalgeschützte Gebäude, oder Gebäude mit gemischter Nutzung.
Sanierung mit Dämmung
Wenn du gleichzeitig dämmst und die Heizung erneuerst, sollte alles aufeinander abgestimmt werden.
Fußbodenheizung neu auslegen
Die raumweise Heizlastberechnung ist Grundlage für die Auslegung der Heizkreise.
Rechtssicherheit gewünscht
Bei Streitfällen mit Handwerkern oder bei Mängeln haftet der Energieberater für seine Berechnung.
Empfohlener Ablauf: Das Beste aus beiden Welten
Selbst rechnen
Nutze unseren kostenlosen Rechner für eine Ersteinschätzung
Fachbetriebe anfragen
Hole Angebote ein — mit fundiertem Wissen über deine Heizlast
Energieberater
Beauftrage für den Förderantrag eine detaillierte Berechnung
Installation
Umsetzen mit passendem Fachbetrieb und Förderung sichern
Häufig gestellte Fragen zur Heizlastberechnung
Hier findest du Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die Heizlastberechnung — kompakt und verständlich erklärt.