Vind Logo
Vind Logo

vind - gemeinsam für eine energiesichere Zukunft. Wir bieten dir individuelle Lösungen für deinen Energiebedarf.

Telefonischer Kontakt

+49 (030) 233 22 690
Instagram

Produkte

SolaranlageWärmepumpeWallboxOnline Shop

Informationen

Solaranlage

KostenFörderungFinanzierungPlanungMontageBetriebFunktionsweise

Wärmepumpe

KostenFörderungMontageBetriebFunktionsweiseHeizlast

Informationen

Stromspeicher

KostenNachrüstenGröße

Wallbox

KostenFunktionsweiseMit SolarIntelligentes LadenLadestation-Finder

Magazin

Ratgeber-BlogHeizen und StromEnergie Glossar

Über vind

Über unsKontaktHäufige FragenKarriereNutzungsbedingungenAllgemeine GeschäftsbedingungenImpressumDatenschutzLieferbedingungenWiderrufsrechtsbelehrung
Sicheres Bezahlen mit SSL Verschlüsselung

Zahlungsmethoden

Visa
Mastercard
American Express
PayPal
Klarna
Apple Pay
Google Pay
Giropay
SEPA

Versandmethoden

DHL
GLS

© 2026 vind Solar Systeme GmbH. Alle Rechte vorbehalten.

Cookie-Einstellungen
vind
Heizlast berechnen
Ultimativer Leitfaden 2026

Heizlast berechnen: Der komplette Leitfaden für Hausbesitzer

Alles, was du über Heizlastberechnung wissen musst: Von den Grundlagen über die DIN-Norm bis zur praktischen Anwendung. Mit interaktiven Tools und visuellen Vergleichen.

Heizlast-Rechner

Interaktive Vorschau

Wohnfläche140 m²
60 m²300 m²

Geschätzte Heizlast

14.0 kW

≈ 100 W/m² (typisch für Altbau)

Vereinfachte Darstellung — für genaue Berechnung nutze unseren Rechner

Inhaltsverzeichnis

Autor: vind•26. Januar 2026•35 Min. Lesezeit

Die Heizlastberechnung ist der Schlüssel zur optimalen Dimensionierung deiner Heizungsanlage. In diesem ultimativen Leitfaden erfährst du alles, was du über Heizlast wissen musst — von den Grundlagen über die DIN-Norm bis zur praktischen Anwendung. Mit interaktiven Rechnern und visuellen Vergleichen.

Was ist Heizlast und warum ist sie wichtig?

Die Heizlast ist die Wärmeleistung in Kilowatt (kW), die eine Heizungsanlage erbringen muss, um dein Gebäude auch bei extremen Außentemperaturen auf der gewünschten Innentemperatur zu halten. Sie ist die wichtigste Kennzahl für die Dimensionierung deiner Heizung.

Definition

Die Heizlast beschreibt, wie viel Wärmeenergie (in kW) kontinuierlich zugeführt werden muss, um die Raumtemperatur bei kalten Außentemperaturen konstant zu halten.

Bedeutung

Sie ist die Grundlage für die richtige Heizungsgröße: Zu groß = teure Anschaffung & hoher Verbrauch. Zu klein = kalte Räume.

Heizlast vs. Heizleistung: Der Unterschied

Diese beiden Begriffe werden oft verwechselt, haben aber unterschiedliche Bedeutungen:

  • Heizlast: Der tatsächliche Wärmebedarf deines Gebäudes (abhängig von Dämmung, Größe, Standort)
  • Heizleistung: Die maximale Leistung, die deine Heizungsanlage erbringen kann

Gut zu wissen

Die Heizleistung sollte die Heizlast abdecken, aber nicht stark überschreiten. Eine Überdimensionierung von 10-15% ist optimal. Mehr führt zu unnötigen Kosten und schlechterem Wirkungsgrad.

Warum ist die Heizlastberechnung so wichtig?

Eine korrekte Heizlastberechnung ist aus mehreren Gründen entscheidend:

1

Kostenersparnis bei der Anschaffung

Eine überdimensionierte Wärmepumpe kostet 3.000-5.000 € mehr als nötig.

2

Niedrigere Betriebskosten

Optimal dimensionierte Anlagen arbeiten effizienter und verbrauchen weniger Strom.

3

Besserer Komfort

Gleichmäßige Wärmeverteilung ohne Temperaturschwankungen.

4

Fördervoraussetzung

Für BAFA/BEG-Förderung ist eine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 erforderlich.

5

Längere Lebensdauer

Richtig dimensionierte Anlagen takten seltener und halten länger.

Mehr über Heizlast erfahren

Wie wird die Heizlast berechnet?

Die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 berücksichtigt alle Wärmeverluste eines Gebäudes. Die Grundformel lautet:

Heizlast-Formel

ΦHL = ΦT + ΦV + ΦRH

ΦHL = Heizlast (in Watt)

ΦT = Transmissionswärmeverluste (durch Bauteile)

ΦV = Lüftungswärmeverluste (durch Luftaustausch)

ΦRH = Aufheizleistung (bei Absenkung)

Die drei Komponenten der Heizlast im Detail

1. Transmissionswärmeverluste (ΦT)

Transmissionswärmeverluste entstehen durch die Wärmeübertragung durch Bauteile wie Wände, Fenster, Dach und Bodenplatte.

Formel:

ΦT = Σ (A × U × ΔT)

A = Fläche des Bauteils (in m²)

U = U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient in W/(m²·K))

ΔT = Temperaturdifferenz innen/außen (in K)

Beispiel: Eine ungedämmte Außenwand (U-Wert 1,4 W/(m²·K)) von 20 m² bei -12 °C Außen- und +20 °C Innentemperatur:

  • ΦT = 20 m² × 1,4 W/(m²·K) × (20 - (-12)) K = 896 W

2. Lüftungswärmeverluste (ΦV)

Lüftungswärmeverluste entstehen durch den Austausch von warmer Innenluft mit kalter Außenluft — sei es durch Fensterlüftung oder eine Lüftungsanlage.

Formel:

ΦV = V × n × ρ × cp × ΔT

V = Raumvolumen (in m³)

n = Luftwechselrate (in 1/h)

ρ × cp = spezifische Wärmekapazität der Luft (0,34 Wh/(m³·K))

ΔT = Temperaturdifferenz (in K)

Gut zu wissen

Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung kann die Lüftungswärmeverluste um bis zu 80% reduzieren. Das spart erheblich Heizenergie und senkt die benötigte Heizlast deutlich.

3. Aufheizleistung (ΦRH)

Die Aufheizleistung wird benötigt, wenn die Heizung nach einer Absenkphase (z.B. nachts) die Räume wieder schnell aufheizen soll. Sie ist optional und wird meist mit einem Faktor von 10-20% auf die Summe aus Transmissions- und Lüftungswärmeverlusten aufgeschlagen.

Der 4-Schritte-Prozess der Heizlastberechnung

01

Standort & Gebäudetyp

Auslegungstemperatur bestimmen (abhängig von der Klimazone) und Gebäudetyp definieren.

02

Geschosse & Flächen

Raumweise oder geschossweise Flächen erfassen und Hüllflächen berechnen.

03

Dämmung & Lüftung

U-Werte der Bauteile ermitteln, Lüftungskonzept festlegen (Fenster, Lüftungsanlage).

04

Heizlast berechnen

Alle Wärmeverluste addieren und Sicherheitszuschläge berücksichtigen.

Heizlast-Formel im Detail

Welche Faktoren beeinflussen die Heizlast?

Die Heizlast wird von zahlreichen Faktoren beeinflusst. Die wichtigsten haben wir hier für dich zusammengestellt — mit ihrem jeweiligen Einfluss auf den Gesamtwärmebedarf.

Einfluss der Faktoren auf die Heizlast

Durchschnittlicher Einfluss auf die Gesamtheizlast (Richtwerte)

1. Dämmstandard (U-Wert) — Größter Einflussfaktor

Der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) beschreibt, wie viel Wärme durch ein Bauteil nach außen verloren geht. Je niedriger der U-Wert, desto besser die Dämmung.

BauteilAltbau (vor 1995)Neubau (EnEV 2014)KfW 40/55
Außenwand1,0 - 1,40,24 - 0,280,15 - 0,20
Dach0,8 - 1,20,20 - 0,240,14 - 0,18
Fenster2,5 - 3,01,1 - 1,30,8 - 0,95
Bodenplatte1,0 - 1,50,30 - 0,350,22 - 0,28

Alle Werte in W/(m²·K). Je niedriger, desto besser.

Dämmung macht den größten Unterschied

Eine Dämmung kann die Heizlast um bis zu 70% reduzieren. Ein Altbau mit 150 W/m² Heizlast kann durch Dämmung auf 45-60 W/m² gesenkt werden.

2. Fensterfläche und Fensterqualität

Fenster sind Schwachstellen in der Gebäudehülle. Große Fensterflächen erhöhen die Heizlast erheblich — besonders bei alten Fenstern mit schlechten U-Werten.

  • Einfachverglasung: U-Wert ca. 5,0 W/(m²·K) — heute nicht mehr zulässig
  • Zweifachverglasung (alt): U-Wert ca. 2,5-3,0 W/(m²·K)
  • Zweifachverglasung (modern): U-Wert ca. 1,1-1,3 W/(m²·K)
  • Dreifachverglasung: U-Wert ca. 0,6-0,9 W/(m²·K)

3. Lüftungskonzept

Die Art der Lüftung hat erheblichen Einfluss auf die Lüftungswärmeverluste:

Fensterlüftung

Luftwechselrate: 0,5-0,7 h⁻¹

Höchste Verluste

Abluftanlage

Luftwechselrate: 0,4-0,5 h⁻¹

Mittlere Verluste

Lüftung mit WRG

Wärmerückgewinnung: 75-90%

Niedrigste Verluste

4. Standort und Auslegungstemperatur

Die Auslegungstemperatur ist die tiefste zu erwartende Außentemperatur an deinem Standort. Sie variiert je nach Klimazone in Deutschland:

  • Küstenregionen: -10 bis -12 °C
  • Flachland: -12 bis -14 °C
  • Mittelgebirge: -14 bis -16 °C
  • Alpen/Hochlagen: -16 bis -20 °C

Je kälter die Auslegungstemperatur, desto höher die Temperaturdifferenz und damit die Heizlast.

5. Weitere Einflussfaktoren

Gebäudegeometrie

Das Verhältnis von Hüllfläche zu Volumen (A/V-Verhältnis) beeinflusst die Wärmeverluste. Kompakte Gebäude haben weniger Verluste.

Solare Gewinne

Südfenster bringen passive solare Wärmegewinne, die die Heizlast reduzieren können (werden in der Norm berücksichtigt).

Interne Wärmequellen

Personen, Elektrogeräte und Beleuchtung erzeugen Wärme, die die Heizlast leicht reduziert.

Luftdichtheit

Undichte Gebäudehüllen erhöhen die Infiltrationsverluste und damit die Heizlast.

Alle Einflussfaktoren im Detail

Heizlast bei verschiedenen Gebäudetypen

Die Heizlast unterscheidet sich stark je nach Dämmstandard des Gebäudes. Hier siehst du einen direkten Vergleich der typischen Heizlast-Werte pro Quadratmeter Wohnfläche.

Heizlast nach Gebäudestandard (W/m²)

Typische Heizlast-Werte für ein 140 m² Einfamilienhaus mit 2,5 m Deckenhöhe

Altbau (vor 1995): 80-150 W/m²

Merkmale von Altbauten

  • • Einfach- oder alte Zweifachverglasung
  • • Ungedämmte oder schwach gedämmte Außenwände (U ≈ 1,0-1,4)
  • • Ungedämmtes Dach oder oberste Geschossdecke
  • • Keine oder minimale Kellerdeckendämmung
  • • Oft undichte Gebäudehülle

Beispielrechnung für 140 m²-Altbau:

  • Heizlast: 110 W/m² × 140 m² = 15,4 kW
  • Empfohlene Wärmepumpe: 16-18 kW Heizleistung

Gut zu wissen

Altbauten sind grundsätzlich für Wärmepumpen geeignet, benötigen aber meist eine größere Anlage oder vorherige Dämmmaßnahmen. Eine gute Dämmung kann die Heizlast um 50-70% senken.

Neubau nach EnEV 2014/2016: 45-65 W/m²

Merkmale von EnEV-Neubauten

  • • Zweifachverglasung mit U ≈ 1,1-1,3
  • • Gedämmte Außenwände (U ≈ 0,24-0,28)
  • • Gedämmtes Dach (U ≈ 0,20-0,24)
  • • Gedämmte Bodenplatte/Kellerdecke
  • • Luftdichte Gebäudehülle

Beispielrechnung für 140 m²-Neubau:

  • Heizlast: 55 W/m² × 140 m² = 7,7 kW
  • Empfohlene Wärmepumpe: 8-9 kW Heizleistung

KfW 55 / KfW 40: 30-50 W/m²

Merkmale von KfW-Effizienzhäusern

  • • Dreifachverglasung mit U ≈ 0,7-0,9
  • • Hochgedämmte Außenwände (U ≈ 0,15-0,20)
  • • Hochgedämmtes Dach (U ≈ 0,14-0,18)
  • • Sehr gute Luftdichtheit (n50 ≤ 1,5)
  • • Oft Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

Beispielrechnung für 140 m²-KfW 40:

  • Heizlast: 35 W/m² × 140 m² = 4,9 kW
  • Empfohlene Wärmepumpe: 5-6 kW Heizleistung

Passivhaus: 10-15 W/m²

Passivhäuser haben einen extrem niedrigen Heizwärmebedarf von maximal 15 kWh/(m²·a). Die Heizlast beträgt typischerweise nur 10-15 W/m².

  • U-Werte der Außenwände: ≤ 0,15 W/(m²·K)
  • Dreifachverglasung mit U ≤ 0,8
  • Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung (≥ 75%)
  • Extrem luftdichte Bauweise (n50 ≤ 0,6)

Bei einem 140 m² Passivhaus liegt die Heizlast bei nur etwa 2 kW — eine kleine Wärmepumpe oder sogar nur die Lüftungsanlage mit Nachheizregister reicht aus.

Vergleichstabelle: Heizlast für 140 m² Einfamilienhaus

GebäudetypHeizlast W/m²Heizlast gesamtWärmepumpe
Altbau (vor 1995)11015,4 kW16-18 kW
Neubau EnEV557,7 kW8-9 kW
KfW 55456,3 kW7-8 kW
KfW 40354,9 kW5-6 kW
Passivhaus152,1 kW3-4 kW
Heizlast AltbauHeizlast NeubauDämmstandards

DIN EN 12831: Die Norm für Heizlastberechnung

Die DIN EN 12831 ist die europäische Norm für die Berechnung der Norm-Heizlast von Gebäuden. Sie wurde entwickelt, um eine einheitliche und verlässliche Methode zur Bestimmung der erforderlichen Heizleistung zu schaffen.

Vollständiger Titel

DIN EN 12831-1: Energetische Bewertung von Gebäuden — Verfahren zur Berechnung der Norm-Heizlast

Erstveröffentlichung

2003

Aktuelle Version

DIN EN 12831-1:2017

Was regelt die DIN EN 12831?

Die Norm definiert ein standardisiertes Verfahren zur Berechnung der Heizlast und legt fest:

Randbedingungen

Auslegungstemperaturen, Innentemperaturen, Luftwechselraten

Berechnungsverfahren

Formeln für Transmissions- und Lüftungswärmeverluste

Wärmebrücken

Zuschläge für geometrische und konstruktive Wärmebrücken

Aufheizleistung

Zuschlag für die Wiederaufheizung nach Nachtabsenkung

Raumweise Berechnung

Heizlast wird für jeden Raum einzeln ermittelt und aufsummiert

Vereinfachtes vs. detailliertes Verfahren

Die DIN EN 12831 kennt zwei Berechnungsverfahren:

Vereinfachtes Verfahren

  • Geschossweise Berechnung
  • Pauschale U-Werte
  • Schneller und einfacher
  • Geeignet für Ersteinschätzung

→ Unser Heizlastrechner nutzt dieses Verfahren

Detailliertes Verfahren

  • Raumweise Berechnung
  • Individuelle U-Werte je Bauteil
  • Exakte Wärmebrückenberechnung
  • Für Förderanträge erforderlich

→ Von Energieberatern genutzt

Auslegungstemperaturen nach DIN EN 12831

Die Norm definiert für jede Region in Deutschland eine Auslegungstemperatur — die tiefste zu erwartende Außentemperatur, die statistisch alle 10 Jahre für mindestens 48 Stunden erreicht wird.

KlimazoneAuslegungstemperaturBeispielregionen
Zone 1-10 °CKüstenregionen (Hamburg, Bremen)
Zone 2-12 °CNorddeutsches Tiefland
Zone 3-14 °CMitteldeutschland (Berlin, Leipzig, Frankfurt)
Zone 4-16 °CSüddeutschland (München, Stuttgart)
Zone 5-18 bis -22 °CAlpen, Hochlagen über 800m

Norm-Innentemperaturen

Die DIN EN 12831 legt auch fest, welche Innentemperaturen für verschiedene Raumarten angesetzt werden:

  • Wohnräume: 20 °C
  • Badezimmer: 24 °C
  • Schlafzimmer: 18 °C (optional)
  • Flure/Treppenhäuser (beheizt): 15-18 °C
  • Keller (beheizt): 15-18 °C

Wichtig für die Praxis

Die DIN EN 12831 ist für BAFA-Förderanträge und professionelle Heizungsplanungen vorgeschrieben. Unser vereinfachter Rechner gibt dir eine gute Ersteinschätzung — für den Förderantrag benötigst du eine detaillierte Berechnung vom Energieberater.

DIN EN 12831 im Detail

Typische Fehler bei der Heizlastberechnung vermeiden

Bei der Heizlastberechnung werden häufig Fehler gemacht, die zu erheblichen Mehrkosten oder Komforteinbußen führen. Hier sind die 8 häufigsten Fehler und wie du sie vermeidest:

1. Überdimensionierung als "Sicherheit"

Häufig

Problem:

"Lieber etwas größer, dann ist man auf der sicheren Seite" — dieser Gedanke führt häufig zu 30-50% überdimensionierten Anlagen.

Folgen:

3.000-5.000 € höhere Anschaffungskosten, schlechterer Wirkungsgrad durch Taktung, höherer Stromverbrauch.

✓ Lösung:

Eine Überdimensionierung von maximal 10-15% ist ausreichend. Die Heizlastberechnung nach Norm berücksichtigt bereits Sicherheitszuschläge.

2. Veraltete Faustformeln nutzen

Häufig

Problem:

"100 Watt pro Quadratmeter reicht" — diese pauschale Faustformel ignoriert den tatsächlichen Dämmstandard komplett.

Folgen:

Bei Neubauten massive Überdimensionierung (Faktor 2-3), bei Altbauten möglicherweise zu klein.

✓ Lösung:

Nutze moderne Berechnungsverfahren, die Dämmstandard, Fenster und Lüftung berücksichtigen. Unser Rechner basiert auf aktuellen Normen.

3. Dämmstandard falsch einschätzen

Häufig

Problem:

Baujahr allein sagt wenig über die Dämmung aus — viele Altbauten wurden nachträglich gedämmt, manche Neubauten nur nach Mindeststandard gebaut.

Folgen:

Heizlast kann um 50-100% daneben liegen. Zu groß = teuer, zu klein = kalte Räume.

✓ Lösung:

Prüfe die tatsächlichen U-Werte der Bauteile. Bei Unsicherheit: Energieausweis anschauen oder Energieberater hinzuziehen.

4. Lüftungswärmeverluste ignorieren

Mittel

Problem:

Viele Berechnungen berücksichtigen nur Transmissionsverluste, vergessen aber die Lüftung — diese macht oft 30-40% der Heizlast aus.

Folgen:

Heizung ist unterdimensioniert, besonders bei dichter Gebäudehülle ohne Lüftungsanlage.

✓ Lösung:

Lüftungskonzept unbedingt einbeziehen. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung senkt die Heizlast deutlich.

5. Regionale Klimadaten vernachlässigen

Mittel

Problem:

Die Auslegungstemperatur variiert in Deutschland von -10 °C (Küste) bis -22 °C (Alpen). Viele nutzen pauschal -15 °C.

Folgen:

In milden Regionen Überdimensionierung, in kalten Regionen zu kleine Anlage.

✓ Lösung:

Nutze die exakte Auslegungstemperatur für deine PLZ. Unser Rechner macht das automatisch basierend auf deinem Standort.

6. Aufheizleistung übertreiben

Selten

Problem:

Manche Planer setzen 30-40% Aufheizleistung an, obwohl die Norm nur 10-15% vorsieht (und das auch nur bei Nachtabsenkung).

Folgen:

Unnötig große und teure Heizung. Bei Wärmepumpen führt das zu schlechterem COP.

✓ Lösung:

Bei moderner Dämmung und ohne Nachtabsenkung ist praktisch keine Aufheizleistung nötig. Maximal 10-15% aufschlagen.

7. Geschossweise statt raumweise

Selten

Problem:

Viele vereinfachte Berechnungen gehen von gleichmäßiger Verteilung aus — dabei haben Dachgeschoss und Erdgeschoss oft deutlich höhere Verluste.

Folgen:

Heizkörper im Dachgeschoss zu klein dimensioniert, im Erdgeschoss zu groß.

✓ Lösung:

Für die Heizkörperauslegung sollte eine raumweise Berechnung erfolgen. Die Gesamtheizlast kann geschossweise ermittelt werden.

8. Heizlast mit Jahresheizwärmebedarf verwechseln

Mittel

Problem:

Die Heizlast (in kW) ist NICHT dasselbe wie der Jahresheizwärmebedarf (in kWh/Jahr). Viele verwechseln diese Begriffe.

Folgen:

Falsche Dimensionierung oder unrealistische Erwartungen an Energiekosten.

✓ Lösung:

Heizlast = maximale Leistung für den kältesten Tag. Jahresheizwärmebedarf = Energiemenge übers Jahr. Beides muss getrennt betrachtet werden.

Vermeide diese Fehler mit unserem Rechner

Unser überschlägiger Heizlastrechner nutzt bewährte Methoden und berücksichtigt automatisch alle relevanten Faktoren: Dämmstandard, Lüftung, regionale Klimadaten und mehr. Die geschossweise Berechnung vermeidet die typischen Fehler und gibt dir eine realistische Ersteinschätzung. Für Förderanträge benötigst du zusätzlich eine detaillierte DIN EN 12831-Berechnung vom Energieberater.

Mehr über Fehler bei der Heizlastberechnung

Regionale Unterschiede: Heizlast und Klimazonen in Deutschland

Die Heizlast variiert erheblich je nach Standort in Deutschland. Der wichtigste Faktor ist die Auslegungstemperatur — die tiefste Außentemperatur, die an diesem Ort statistisch alle 10 Jahre für mindestens 48 Stunden erreicht wird.

Klimazonen in Deutschland

Küstenregionen

×0,85
-10 bis -12 °C

Hamburg, Bremen, Kiel, Rostock

Norddeutsches Tiefland

×0,92
-12 bis -13 °C

Hannover, Schwerin, Magdeburg

Mitteldeutschland

×1,00
-14 °C

Berlin, Leipzig, Frankfurt/Main, Köln

Süddeutschland

×1,08
-15 bis -16 °C

München, Stuttgart, Nürnberg

Mittelgebirge

×1,15
-16 bis -18 °C

Schwarzwald, Harz, Erzgebirge

Alpenregion & Hochlagen

×1,25
-18 bis -22 °C

Garmisch, Oberstdorf, über 800m Höhe

Faktoren relativ zu Mitteldeutschland (-14 °C). Bei gleicher Dämmung hat ein Haus in den Alpen 25% höhere Heizlast als in Hamburg.

Beispielrechnung: Gleiche Dämmung, verschiedene Standorte

Ein identisches 140 m² Einfamilienhaus (KfW 55-Standard) an verschiedenen Standorten:

StandortAuslegungstemperaturHeizlastUnterschied
Hamburg (Küste)-10 °C5,4 kW-15%
Berlin (Mitteldeutschland)-14 °C6,3 kWReferenz
München (Süddeutschland)-16 °C6,8 kW+8%
Garmisch (Alpen)-20 °C7,9 kW+25%

Gut zu wissen

Die Höhenlage hat ebenfalls großen Einfluss: Pro 100 Höhenmeter sinkt die Temperatur um etwa 0,6-1 °C. Ein Haus auf 1.000m Höhe hat deutlich höhere Heizlast als im Tal — selbst bei gleichem Breitengrad.

Weitere regionale Faktoren

Neben der Auslegungstemperatur spielen noch weitere standortabhängige Faktoren eine Rolle:

Windexposition

  • •Küstenlagen: höhere Windlasten erhöhen Infiltrationsverluste
  • •Freistehende Gebäude auf Kuppen besonders betroffen
  • •Zuschlag von 5-15% je nach Windzone

Solare Einstrahlung

  • •Süddeutschland: höhere solare Gewinne im Winter
  • •Norddeutschland: weniger Sonnenstunden reduziert Gewinne
  • •Große Südfenster können Heizlast um 5-10% senken

Luftfeuchtigkeit

  • •Küstenregionen: höhere Luftfeuchtigkeit
  • •Feuchte Luft fühlt sich kälter an (gefühlte Temperatur)
  • •Einfluss auf Komfort, weniger auf Heizlast

Bodenbeschaffenheit

  • •Felsiger Untergrund: höhere Wärmeverluste nach unten
  • •Grundwassernähe: kann isolierend oder kühlend wirken
  • •Relevant für Bodenplatten ohne Dämmung

Klimawandel und zukünftige Entwicklungen

Die Auslegungstemperaturen in der DIN EN 12831 basieren auf Wetterdaten der letzten Jahrzehnte. Der Klimawandel führt zu milderen Wintern — bedeutet das, dass wir künftig geringere Heizlasten haben?

Ja und Nein: Der Jahresheizwärmebedarf sinkt durch mildere Temperaturen. Die Heizlast selbst (für den kältesten Tag) bleibt aber weitgehend konstant, da Extremwetterereignisse weiterhin auftreten. Die Heizung muss also weiterhin für -14 °C in Berlin ausgelegt werden — auch wenn dieser Fall seltener eintritt.

Klimazonen im DetailAuslegungstemperatur finden

Kosten & Ersparnis durch korrekte Heizlastberechnung

Eine korrekte Heizlastberechnung spart bares Geld — sowohl bei der Anschaffung als auch im laufenden Betrieb. Hier siehst du konkret, wie viel du sparen kannst.

Ersparnis-Rechner

Berechne deine potenzielle Ersparnis

Wohnfläche140 m²
80 m²300 m²

Überdimensioniert (30% zu groß)

22.400 €

+ 6.300 kWh/Jahr

Korrekt dimensioniert

18.200 €

+ 4.900 kWh/Jahr

Ersparnis bei Anschaffung

4.200 €

Jährliche Stromersparnis

490 € / Jahr

Gesamtkosten über 10 Jahre (Anschaffung + Betrieb)

Annahme: Strompreis 35 ct/kWh, überdimensionierte Anlage verbraucht 30% mehr Strom durch häufiges Takten

Kostenaufstellung im Detail

PositionÜberdimensioniertKorrektErsparnis
Wärmepumpe18.000 €14.000 €4.000 €
Pufferspeicher2.500 €1.800 €700 €
Installation & Zubehör4.500 €4.000 €500 €
Anschaffungskosten gesamt25.000 €19.800 €5.200 €
Stromkosten pro Jahr2.200 €1.700 €500 €/Jahr
Gesamtkosten nach 10 Jahren47.000 €36.800 €10.200 €

Gut zu wissen

Die Mehrkosten durch Überdimensionierung amortisieren sich niemals. Eine zu große Wärmepumpe ist dauerhaft teurer im Betrieb — sowohl beim Stromverbrauch als auch bei Wartung und Verschleiß durch häufiges Takten.

Was kostet eine professionelle Heizlastberechnung?

Eine detaillierte Heizlastberechnung durch einen Energieberater kostet:

  • Einfamilienhaus: 300-600 € (raumweise)
  • Einfamilienhaus (komplex): 600-800 € (mit Wärmebrückenberechnung)
  • Mehrfamilienhaus: 800-1.500 € (je nach Größe)

Diese Investition lohnt sich: Mit einer korrekten Berechnung sparst du bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus 5.000-10.000 € über die Lebensdauer der Anlage.

Unser kostenloser Heizlastrechner

Mit unserem kostenlosen Online-Rechner erhältst du eine überschlägige Heizlastberechnung in 5 Minuten. Perfekt als Ersteinschätzung und zur Vorbereitung auf Gespräche mit Fachbetrieben. Für den Förderantrag benötigst du anschließend eine detaillierte Berechnung vom Energieberater.

Heizlast selbst berechnen oder vom Profi?

Die Frage, ob du die Heizlast selbst berechnen solltest oder einen Energieberater beauftragst, hängt von deiner Situation ab. Hier ist eine übersichtliche Entscheidungshilfe.

Selbst berechnen

Mit Online-Rechner

Vorteile

  • Kostenlos und sofort verfügbar
  • In 5-10 Minuten fertig
  • Gute Ersteinschätzung
  • Ideal zur Vorbereitung
  • Mehrere Varianten durchspielen

Nachteile

  • Überschlägig, nicht raumweise
  • Nicht für Förderanträge geeignet
  • Pauschale U-Werte
  • Keine Wärmebrückenberechnung

Vom Energieberater

Professionelle Berechnung

Vorteile

  • Raumweise nach DIN EN 12831
  • Für BAFA-Förderung anerkannt
  • Individuelle U-Werte
  • Wärmebrückenberechnung
  • Hydraulischer Abgleich inklusive
  • Rechtssicher & haftbar

Nachteile

  • Kosten: 300-800 € für EFH
  • Terminfindung nötig
  • Dauer: 1-2 Wochen

Wann reicht die eigene Berechnung?

Ersteinschätzung und Planung

Du möchtest wissen, welche Größenordnung deine Heizung haben sollte, bevor du Fachbetriebe kontaktierst.

Vergleich verschiedener Szenarien

Du willst mehrere Dämmvarianten durchspielen und deren Einfluss auf die Heizlast sehen.

Grobe Kostenkalkulation

Du brauchst eine Orientierung für die Wärmepumpengröße und damit verbundene Kosten.

Vorbereitung auf Beratungsgespräche

Du möchtest bei Gesprächen mit Handwerkern und Energieberatern mitreden können.

Wann brauchst du einen Energieberater?

BAFA-Förderung beantragen

Für die BEG-Förderung ist eine detaillierte Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 vorgeschrieben.

Komplexe Gebäude

Mehrfamilienhaus, denkmalgeschützte Gebäude, oder Gebäude mit gemischter Nutzung.

Sanierung mit Dämmung

Wenn du gleichzeitig dämmst und die Heizung erneuerst, sollte alles aufeinander abgestimmt werden.

Fußbodenheizung neu auslegen

Die raumweise Heizlastberechnung ist Grundlage für die Auslegung der Heizkreise.

Rechtssicherheit gewünscht

Bei Streitfällen mit Handwerkern oder bei Mängeln haftet der Energieberater für seine Berechnung.

Empfohlener Ablauf: Das Beste aus beiden Welten

1

Selbst rechnen

Nutze unseren kostenlosen Rechner für eine Ersteinschätzung

2

Fachbetriebe anfragen

Hole Angebote ein — mit fundiertem Wissen über deine Heizlast

3

Energieberater

Beauftrage für den Förderantrag eine detaillierte Berechnung

4

Installation

Umsetzen mit passendem Fachbetrieb und Förderung sichern

Selbst berechnen oder Profi? Entscheidungshilfe

Häufig gestellte Fragen zur Heizlastberechnung

Hier findest du Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die Heizlastberechnung — kompakt und verständlich erklärt.

Die Heizlast ist die Wärmeleistung in Kilowatt (kW), die eine Heizungsanlage erbringen muss, um ein Gebäude auch bei extremen Außentemperaturen auf der gewünschten Innentemperatur zu halten. Sie ist die Grundlage für die korrekte Dimensionierung der Heizung und vermeidet teure Über- oder Unterdimensionierung.

Weiterführende Artikel

Grundlagen vertiefen

  • Was ist Heizlast?
  • DIN EN 12831 erklärt
  • Raumweise berechnen
  • Heizlast Formel
  • U-Wert Bedeutung
  • Einflussfaktoren Wärmebedarf
  • Normheizlast vs. Heizlast

Wärmepumpe dimensionieren

  • Richtig dimensionieren
  • Wärmepumpen-Größe berechnen
  • Überdimensionierung Nachteile
  • Heizlast und JAZ
  • Vorlauftemperatur optimieren

Gebäudetypen

  • Heizlast Altbau
  • Heizlast Neubau
  • Dämmstandards Vergleich
  • Mehrfamilienhaus
  • Fußbodenheizung vs. Heizkörper

Weitere Ratgeber

  • Kosten Wärmepumpe
  • BAFA Förderung 2026
  • Wärmepumpe Funktionsweise
  • Waermepumpe mit Solar
  • Energieeffizienz Gebäude
Kostenlos & unverbindlich

Jetzt deine Heizlast kostenlos berechnen

In nur 5 Minuten weißt du, welche Heizleistung dein Gebäude wirklich braucht — geschossweise und nach aktueller Norm. Starte jetzt und spare bei deiner Heizungsanlage.

100% kostenlos
In 5 Minuten fertig
Sofort-Ergebnis

Der vind Heizlastrechner führt eine überschlägige, geschossweise Berechnung durch. Für BAFA-Förderanträge ist eine detaillierte DIN-Berechnung erforderlich.