Heizlastberechnung: Der wichtigste Schritt
Die Heizlastberechnung ist der wichtigste Schritt bei der Wärmepumpen-Planung. Sie bestimmt die richtige Größe der Wärmepumpe. Zu groß = unnötig teuer (3.000-8.000€ Mehrkosten). Zu klein = ineffizient und unbequem. Eine professionelle Berechnung nach DIN EN 12831 kostet 500-1.500€ und spart langfristig viel Geld.
Warum ist die Heizlastberechnung so wichtig?
Richtige Größe = niedrigste Kosten
Zu groß: Unnötig teuer in Anschaffung. Zu klein: Ineffizient, hohe Betriebskosten
Optimale Effizienz (COP)
Richtig dimensionierte WP läuft im optimalen Bereich = höchster COP
Komfort & Zuverlässigkeit
Korrekte Dimensionierung = immer warm, auch bei -15°C Außentemperatur
BAFA-Förderung korrekt
Falsche Heizlast = falsche WP-Größe = möglicherweise keine Förderung
Faktoren der Heizlastberechnung
Gebäudevolumen
Wohnfläche × Raumhöhe × Dämmqualität
Beispiel: 150m² × 2,5m × Faktor 0,8 = 300m³
Dämmstandard
U-Werte für Wände, Dach, Fenster, Boden
Beispiel: Altbau: U=0,8 / Neubau: U=0,3
Fensterfl äche & Qualität
Größe und Dämmwert der Fenster
Beispiel: 30m² Fenster × U=1,3 = 39W/K Verlust
Lüftungswärmeverluste
Luftwechselrate, Lüftungsanlage vorhanden?
Beispiel: 0,5-facher Luftwechsel/h
Norm-Außentemperatur
Kälteste Temperatur am Standort (statistisch)
Beispiel: München: -16°C / Hamburg: -12°C
Warmwasserbereitung
Anzahl Personen × 40-50L/Person/Tag
Beispiel: 4 Personen = 2-3 kW zusätzlich
Beispielrechnungen: Heizlast & WP-Größe
Altbau 150m², unsaniert
U-Wert
0,9 W/(m²K)
Heizlast
22 kW
WP-Größe
22-25 kW
COP
2,8
Wärmebedarf/Jahr
28.000 kWh Wärme
Stromverbrauch
10.000 kWh
Kosten/Jahr
3.500€/Jahr
Altbau 150m², teilsaniert
U-Wert
0,5 W/(m²K)
Heizlast
12 kW
WP-Größe
12-14 kW
COP
3,5
Wärmebedarf/Jahr
16.000 kWh Wärme
Stromverbrauch
4.600 kWh
Kosten/Jahr
1.600€/Jahr
Neubau 150m², KfW 55
U-Wert
0,28 W/(m²K)
Heizlast
6 kW
WP-Größe
6-8 kW
COP
4,2
Wärmebedarf/Jahr
8.000 kWh Wärme
Stromverbrauch
1.900 kWh
Kosten/Jahr
650€/Jahr
Erkenntnis: Sanierter Altbau braucht nur 12 kW statt 22 kW = 3.000€ günstigere WP und 1.900€ weniger Betriebskosten pro Jahr!
Der Berechnungsprozess: 6 Schritte
Gebäudedaten erfassen
Wohnfläche, Raumhöhe, Baujahr, Dämmzustand
Durchführung: Energieberater vor Ort
U-Werte ermitteln
Dämmqualität von Wänden, Dach, Fenstern, Boden messen/schätzen
Durchführung: Energieberater mit Messgerät
Norm-Heizlast berechnen
Nach DIN EN 12831 die Heizlast je Raum und gesamt berechnen
Durchführung: Energieberater (Software)
Warmwasserbedarf addieren
Personenzahl × 40-50L/Tag × Temperatur-Differenz
Durchführung: Energieberater
Sicherheitszuschlag
10-20% Reserve für kalte Tage und Warmwasser-Spitzen
Durchführung: Energieberater
Wärmepumpe dimensionieren
Passende WP-Größe wählen basierend auf Heizlast
Durchführung: Energieberater + Installateur
5 häufige Fehler vermeiden
❌ Nach Wohnfläche pauschal dimensionieren
Folge: Oft 30-50% zu groß → 3.000-5.000€ zu teuer
✓ Richtig: Professionelle Heizlastberechnung nach DIN EN 12831
❌ Alte Gasheizung 1:1 ersetzen
Folge: Alte Gasheizung ist meist überdimensioniert → WP zu groß
✓ Richtig: Heizlast neu berechnen, meist 30-40% kleiner
❌ Dämmzustand ignorieren
Folge: Falsche WP-Größe, ineffizient
✓ Richtig: U-Werte messen/ermitteln, in Berechnung einbeziehen
❌ Warmwasser vergessen
Folge: WP zu klein, schlechter Komfort
✓ Richtig: 2-3 kW für Warmwasser (4 Personen) einplanen
❌ Sicherheitszuschlag zu hoch
Folge: WP zu groß, taktet häufig, ineffizient
✓ Richtig: Maximal 15-20% Zuschlag
Kosten vs. Nutzen der Heizlastberechnung
Unbedingt durchführen!
Checkliste: Gute Heizlastberechnung
Fazit: Heizlastberechnung ist unverzichtbar
Die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 ist der wichtigste Schritt bei der Wärmepumpen-Planung. Sie kostet 500-1.500€ und spart langfristig 3.000-8.000€ bei der Anschaffung plus 200-400€ pro Jahr im Betrieb.
Wichtig: Kein Pauschalschätzung nach Wohnfläche! Nur professionelle Berechnung durch zertifizierten Energieberater mit Vor-Ort-Termin.
Plane deine Wärmepumpe richtig
Mit unserem Wärmepumpen-Rechner bekommst du eine erste Einschätzung. Für die genaue Dimensionierung empfehlen wir einen Energieberater.
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