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Heizung
Altbau

Welche Heizung im Altbau? Der praktische Leitfaden 2026

Die beste Heizung für deinen Altbau: Wärmepumpe, Gas, Öl oder Pellets im Vergleich. Kosten, Effizienz und KfW-Förderung.

Lesezeit: 4-6 Min.

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Welche Heizung für deinen Altbau?

Die Frage ist nie einfach zu beantworten – aber dieser Ratgeber gibt dir klare Antworten. Für Altbauten gelten andere Regeln als für Neubauten. Schlechte Dämmung, alte Heizkörper und spezifische Herausforderungen erfordern durchdachte Lösungen. Wir vergleichen alle Optionen und zeigen dir, welche wirklich zu deinem Haus und deiner Situation passt.

Die Heizungssysteme im Detail

Alle gängigen Optionen für Altbauten im direkten Vergleich:

Luftwärmepumpe

Beste Zukunftslösung

CO2: Sehr gut

Zukunft: ⭐⭐⭐⭐⭐

Ideal mit Sanierung. Höhere Vorlauftemperaturen im Altbau noch okay mit guter Planung.

Investition

15.000-25.000€

Jahreskosten

1.500-2.500€

Wartung

Minimal

Note

Mit KfW-Förderung auf 5-10k€ reduzierbar

Erdwärmepumpe

Premium-Lösung

CO2: Sehr gut

Zukunft: ⭐⭐⭐⭐⭐

Höchste Effizienz, aber teuer und Bohrungen oft nicht genehmigt im Altbau.

Investition

25.000-40.000€

Jahreskosten

1.200-1.800€

Wartung

Minimal

Note

Selten wirtschaftlich bei gegebener Situation

Gasheizung (modern)

Übergangslösung

CO2: Mittel-schlecht

Zukunft: ⭐⭐

Noch günstiger in Anschaffung, aber steigende Gaspreise und CO2-Steuer.

Investition

8.000-12.000€

Jahreskosten

2.200-3.500€

Wartung

Regelmäßig nötig

Note

Ab 2026 weniger förderbar, Austausch bis 2045 nötig

Hybrid (Wärmepumpe + Gas)

Sichere Übergangslösung

CO2: Gut

Zukunft: ⭐⭐⭐

Wärmepumpe bei normalen Temperaturen, Gas bei extremer Kälte. Best of both worlds.

Investition

20.000-32.000€

Jahreskosten

1.500-2.200€

Wartung

Mittel

Note

Gas wird später teurer, aber flexibel

Pelletheizung

Robuste Alternative

CO2: Gut (CO2-neutral)

Zukunft: ⭐⭐⭐⭐

CO2-neutral, unabhängig von Strom/Gas. Platzbedarf für Lager.

Investition

12.000-20.000€

Jahreskosten

1.400-2.000€

Wartung

Mittel

Note

Preisstabil, KfW-förderfähig

Ölheizung

Nicht empfohlen

CO2: Schlecht

Zukunft:

Auslaufmodell. Hohe Betriebskosten, Umweltschädlich.

Investition

10.000-15.000€

Jahreskosten

2.800-4.200€

Wartung

Mittel-hoch

Note

Austausch bis 2026 oft erforderlich

So findest du deine Heizung: Die wichtigsten Entscheidungskriterien

Antworte dir ehrlich auf diese Fragen:

Wie alt ist die Heizungsanlage?

KRITISCH

Älter als 20 Jahre? Muss austausch werden! Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für Wärmepumpe oder Pellets.

Wie ist der Dämmstandard?

KRITISCH

Schlecht (vor 1980)? Erst dämmen, dann Heizung. Gut (ab 1990)? Wärmepumpe direkt möglich.

Gasanschluss vorhanden?

HOCH

Ja? Gas als Brücke denkbar. Nein? Sofort zu Wärmepumpe/Pellets, kein Gas-Neubau möglich.

Budget für Investition?

HOCH

Klein? Gas/Pellets. Mittel? Luftwärmepumpe. Groß? Wärmepumpe + PV + Dämmung.

Wie lange bleibst du im Haus?

MITTEL

<10 Jahre? Gas OK als Brücke. >15 Jahre? Wärmepumpe rentiert sich sicher.

KfW-Förderung interessant?

HOCH

Ja? Gesamtsanierung + Wärmepumpe optimal (bis 75% Förderung). Wärmepumpe allein ist auch 70% möglich.

Vier Szenarien: Welcher Weg passt zu dir?

Abhängig von deinen Prioritäten und deinem Budget:

Status-Quo-Szenario: Schnelle, günstige Lösung

Heizung

Moderne Gasheizung

Investition

10.000€ + 0€

Jahreskosten

2.500-3.000€

Amortisation

N/A

Fazit

Billig, aber Gaspreise steigen. Nicht zukunftssicher.

Hybrid-Szenario: Flexibel & modern

Heizung

Wärmepumpe + Gas-Backup

Investition

25.000€ + 0€

Jahreskosten

1.800-2.200€

Amortisation

12-15 Jahre

Fazit

Moderne, flexible Lösung. Später Gas entfernen, dann rein elektrisch.

Langfristig-Szenario: Optimale Rentabilität

Heizung

Luftwärmepumpe + leichte Dämmung

Investition

20.000€ + 15.000€

Jahreskosten

1.400-1.700€

Amortisation

10-12 Jahre (mit Förderung schneller)

Fazit

Beste Langzeit-Lösung. Mit KfW auf insgesamt 20k€ Eigenanteil.

Premium-Szenario: Maximum Unabhängigkeit

Heizung

Wärmepumpe + PV + Speicher + Dämmung

Investition

20.000€ + 35.000€

Jahreskosten

200-500€ (nach PV-Amortisation)

Amortisation

15-20 Jahre (aber danach sehr niedrig)

Fazit

Maximale Unabhängigkeit & niedrigste Betriebskosten. Großinvestition.

Warum Wärmepumpe im Altbau oft die beste Wahl ist

Auch im Altbau ist die Luftwärmepumpe meist die beste Lösung, wenn richtig geplant:

Zukunftssicherheit

Gas wird teurer/nicht mehr förderbar. Wärmepumpe wird günstiger. Investition ist zukunftsorientiert.

KfW-Förderung

Bis 70% Zuschuss möglich. Mit Sanierung bis 75%. Das macht Wärmepumpe oft günstiger als Gas.

Langfristrentabilität

Nach 12-15 Jahren hat sich die Wärmepumpe amortisiert. Die nächsten 10-15 Jahre sind super wirtschaftlich.

Kombinierbar mit Solar

Wärmepumpe + PV = komplette Energieunabhängigkeit möglich. Jahreskosten unter 500€.

Platzsparend

Keine Lager nötig (wie bei Pellets/Öl). Einfach zu montieren im Altbau.

Mehr Infos: Wärmepumpen speziell für Altbauten

So optimierst du deine Heizung weiter

Diese Maßnahmen senken deine Heizkosten zusätzlich:

Wärmepumpen-Größe richtig wählen

Sehr hoch

Lieber übergroß als zu klein. Größere Anlage arbeitet effizienter und leiser.

Effekt

Spart 20-30% Stromkosten

Kosten

0€ (Planung)

Vorlauftemperatur senken (mit Sanierung)

Sehr hoch

Mit niedriger VLT steigt der COP deutlich. Kombination mit Flächenheizung ideal.

Effekt

Spart 15-25% Stromkosten

Kosten

Abhängig von Maßnahme

Fenster + Dach sanieren

Sehr hoch

Rentabelste Sanierungsmaßnahme. Reduziert Heizlast & ermöglicht niedrigere Vorlauftemperaturen.

Effekt

Spart 20-30% Heizbedarf

Kosten

20.000-40.000€

Photovoltaik hinzufügen

Hoch

Mit PV wird die Wärmepumpe super wirtschaftlich. Selbstversorgung möglich.

Effekt

Spart 60-80% effektive Stromkosten

Kosten

15.000-25.000€

Warmwasserwärmepumpe ergänzen

Mittel

Zusätzliche kleine WP nur für Warmwasser kann sinnvoll sein.

Effekt

Spart 20-30% für Warmwasser

Kosten

3.000-5.000€

Die häufigsten Fehler, die du vermeiden solltest

Lerne aus den Erfahrungen anderer:

Gasheizung 'für später' anschaffen

Problem: Gas wird teurer, Austausch wird Pflicht, Wärmepumpe später teurer

Besser: Lieber jetzt Wärmepumpe, spart über 20 Jahre deutlich mehr

Zu kleine Wärmepumpe dimensionieren

Problem: Arbeitet ineffizient, braucht oft Heizstab, ist laut, teuer

Besser: Großzügig dimensionieren (Übergroße läuft effizienter)

Zuerst Heizung, dann Sanierung

Problem: Heizung ist überdimensioniert, arbeitet ineffizient, Kosten steigen

Besser: Sanieren, dann Heizung. Oder zusammen mit KfW-Förderung.

Ohne Dämmung Wärmepumpe installieren

Problem: Vorlauftemperaturen müssen zu hoch sein, COP sinkt, Rentabilität fällt

Besser: Minimal dämmen (Fenster/Dach), dann WP mit passenden Parametern

Keine KfW-Förderung nutzen

Problem: 75% der Kosten zahlen, obwohl 40-75% förderbar wären

Besser: Unbedingt KfW-Standards erfüllen und Förderung beantragen

KfW-Förderung: Bis zu 75% der Kosten sparen

Mit KfW-Förderung werden Heizungswechsel und Sanierung deutlich günstiger:

💰 KfW 261/262

Wärmepumpen-spezifische Förderung

  • • Bis 70% Zuschuss
  • • Oder 30% Steuergutschrift
  • • Ohne Sanierung möglich

🏠 KfW 430/431

Energetische Sanierung komplett

  • • Bis 75% Zuschuss
  • • Darlehen bis 100k€
  • • Dämmung + Heizung

Mehr Infos: Wie wird eine Wärmepumpe vom Staat gefördert?

Fazit: Die beste Heizung für Altbauten

Für die meisten Altbauten ist die Luftwärmepumpe die beste Wahl – wenn die Rahmenbedingungen stimmen (Vorlauftemperatur, Sanierung, Dimensionierung). Sie ist zukunftssicher, mit KfW-Förderung bezahlbar, und über 20 Jahre deutlich günstiger als Gas oder Öl.

Für besondere Fälle (denkmalgeschützte Gebäude, extreme Kälte, sehr schlechte Dämmung) kann eine Hybrid-Lösung oder Pellets besser passen. Aber in 80% der Fälle: Wärmepumpe + etwas Sanierung + KfW-Förderung = optimale Lösung.

Der entscheidende Punkt: Nicht lange warten. Gas wird teurer, Förderung ist jetzt verfügbar, und je früher du investierst, desto länger sparen Sie.

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