Welche Heizung für deinen Altbau?
Die Frage ist nie einfach zu beantworten – aber dieser Ratgeber gibt dir klare Antworten. Für Altbauten gelten andere Regeln als für Neubauten. Schlechte Dämmung, alte Heizkörper und spezifische Herausforderungen erfordern durchdachte Lösungen. Wir vergleichen alle Optionen und zeigen dir, welche wirklich zu deinem Haus und deiner Situation passt.
Die Heizungssysteme im Detail
Alle gängigen Optionen für Altbauten im direkten Vergleich:
Luftwärmepumpe
CO2: Sehr gut
Zukunft: ⭐⭐⭐⭐⭐
Ideal mit Sanierung. Höhere Vorlauftemperaturen im Altbau noch okay mit guter Planung.
Investition
15.000-25.000€
Jahreskosten
1.500-2.500€
Wartung
Minimal
Note
Mit KfW-Förderung auf 5-10k€ reduzierbar
Erdwärmepumpe
CO2: Sehr gut
Zukunft: ⭐⭐⭐⭐⭐
Höchste Effizienz, aber teuer und Bohrungen oft nicht genehmigt im Altbau.
Investition
25.000-40.000€
Jahreskosten
1.200-1.800€
Wartung
Minimal
Note
Selten wirtschaftlich bei gegebener Situation
Gasheizung (modern)
CO2: Mittel-schlecht
Zukunft: ⭐⭐
Noch günstiger in Anschaffung, aber steigende Gaspreise und CO2-Steuer.
Investition
8.000-12.000€
Jahreskosten
2.200-3.500€
Wartung
Regelmäßig nötig
Note
Ab 2026 weniger förderbar, Austausch bis 2045 nötig
Hybrid (Wärmepumpe + Gas)
CO2: Gut
Zukunft: ⭐⭐⭐
Wärmepumpe bei normalen Temperaturen, Gas bei extremer Kälte. Best of both worlds.
Investition
20.000-32.000€
Jahreskosten
1.500-2.200€
Wartung
Mittel
Note
Gas wird später teurer, aber flexibel
Pelletheizung
CO2: Gut (CO2-neutral)
Zukunft: ⭐⭐⭐⭐
CO2-neutral, unabhängig von Strom/Gas. Platzbedarf für Lager.
Investition
12.000-20.000€
Jahreskosten
1.400-2.000€
Wartung
Mittel
Note
Preisstabil, KfW-förderfähig
Ölheizung
CO2: Schlecht
Zukunft: ⭐
Auslaufmodell. Hohe Betriebskosten, Umweltschädlich.
Investition
10.000-15.000€
Jahreskosten
2.800-4.200€
Wartung
Mittel-hoch
Note
Austausch bis 2026 oft erforderlich
So findest du deine Heizung: Die wichtigsten Entscheidungskriterien
Antworte dir ehrlich auf diese Fragen:
Wie alt ist die Heizungsanlage?
Älter als 20 Jahre? Muss austausch werden! Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für Wärmepumpe oder Pellets.
Wie ist der Dämmstandard?
Schlecht (vor 1980)? Erst dämmen, dann Heizung. Gut (ab 1990)? Wärmepumpe direkt möglich.
Gasanschluss vorhanden?
Ja? Gas als Brücke denkbar. Nein? Sofort zu Wärmepumpe/Pellets, kein Gas-Neubau möglich.
Budget für Investition?
Klein? Gas/Pellets. Mittel? Luftwärmepumpe. Groß? Wärmepumpe + PV + Dämmung.
Wie lange bleibst du im Haus?
<10 Jahre? Gas OK als Brücke. >15 Jahre? Wärmepumpe rentiert sich sicher.
KfW-Förderung interessant?
Ja? Gesamtsanierung + Wärmepumpe optimal (bis 75% Förderung). Wärmepumpe allein ist auch 70% möglich.
Vier Szenarien: Welcher Weg passt zu dir?
Abhängig von deinen Prioritäten und deinem Budget:
Status-Quo-Szenario: Schnelle, günstige Lösung
Heizung
Moderne Gasheizung
Investition
10.000€ + 0€
Jahreskosten
2.500-3.000€
Amortisation
N/A
Fazit
Billig, aber Gaspreise steigen. Nicht zukunftssicher.
Hybrid-Szenario: Flexibel & modern
Heizung
Wärmepumpe + Gas-Backup
Investition
25.000€ + 0€
Jahreskosten
1.800-2.200€
Amortisation
12-15 Jahre
Fazit
Moderne, flexible Lösung. Später Gas entfernen, dann rein elektrisch.
Langfristig-Szenario: Optimale Rentabilität
Heizung
Luftwärmepumpe + leichte Dämmung
Investition
20.000€ + 15.000€
Jahreskosten
1.400-1.700€
Amortisation
10-12 Jahre (mit Förderung schneller)
Fazit
Beste Langzeit-Lösung. Mit KfW auf insgesamt 20k€ Eigenanteil.
Premium-Szenario: Maximum Unabhängigkeit
Heizung
Wärmepumpe + PV + Speicher + Dämmung
Investition
20.000€ + 35.000€
Jahreskosten
200-500€ (nach PV-Amortisation)
Amortisation
15-20 Jahre (aber danach sehr niedrig)
Fazit
Maximale Unabhängigkeit & niedrigste Betriebskosten. Großinvestition.
Warum Wärmepumpe im Altbau oft die beste Wahl ist
Auch im Altbau ist die Luftwärmepumpe meist die beste Lösung, wenn richtig geplant:
Zukunftssicherheit
Gas wird teurer/nicht mehr förderbar. Wärmepumpe wird günstiger. Investition ist zukunftsorientiert.
KfW-Förderung
Bis 70% Zuschuss möglich. Mit Sanierung bis 75%. Das macht Wärmepumpe oft günstiger als Gas.
Langfristrentabilität
Nach 12-15 Jahren hat sich die Wärmepumpe amortisiert. Die nächsten 10-15 Jahre sind super wirtschaftlich.
Kombinierbar mit Solar
Wärmepumpe + PV = komplette Energieunabhängigkeit möglich. Jahreskosten unter 500€.
Platzsparend
Keine Lager nötig (wie bei Pellets/Öl). Einfach zu montieren im Altbau.
Mehr Infos: Wärmepumpen speziell für Altbauten
So optimierst du deine Heizung weiter
Diese Maßnahmen senken deine Heizkosten zusätzlich:
Wärmepumpen-Größe richtig wählen
Lieber übergroß als zu klein. Größere Anlage arbeitet effizienter und leiser.
Effekt
Spart 20-30% Stromkosten
Kosten
0€ (Planung)
Vorlauftemperatur senken (mit Sanierung)
Mit niedriger VLT steigt der COP deutlich. Kombination mit Flächenheizung ideal.
Effekt
Spart 15-25% Stromkosten
Kosten
Abhängig von Maßnahme
Fenster + Dach sanieren
Rentabelste Sanierungsmaßnahme. Reduziert Heizlast & ermöglicht niedrigere Vorlauftemperaturen.
Effekt
Spart 20-30% Heizbedarf
Kosten
20.000-40.000€
Photovoltaik hinzufügen
Mit PV wird die Wärmepumpe super wirtschaftlich. Selbstversorgung möglich.
Effekt
Spart 60-80% effektive Stromkosten
Kosten
15.000-25.000€
Warmwasserwärmepumpe ergänzen
Zusätzliche kleine WP nur für Warmwasser kann sinnvoll sein.
Effekt
Spart 20-30% für Warmwasser
Kosten
3.000-5.000€
Die häufigsten Fehler, die du vermeiden solltest
Lerne aus den Erfahrungen anderer:
❌ Gasheizung 'für später' anschaffen
Problem: Gas wird teurer, Austausch wird Pflicht, Wärmepumpe später teurer
Besser: Lieber jetzt Wärmepumpe, spart über 20 Jahre deutlich mehr
❌ Zu kleine Wärmepumpe dimensionieren
Problem: Arbeitet ineffizient, braucht oft Heizstab, ist laut, teuer
Besser: Großzügig dimensionieren (Übergroße läuft effizienter)
❌ Zuerst Heizung, dann Sanierung
Problem: Heizung ist überdimensioniert, arbeitet ineffizient, Kosten steigen
Besser: Sanieren, dann Heizung. Oder zusammen mit KfW-Förderung.
❌ Ohne Dämmung Wärmepumpe installieren
Problem: Vorlauftemperaturen müssen zu hoch sein, COP sinkt, Rentabilität fällt
Besser: Minimal dämmen (Fenster/Dach), dann WP mit passenden Parametern
❌ Keine KfW-Förderung nutzen
Problem: 75% der Kosten zahlen, obwohl 40-75% förderbar wären
Besser: Unbedingt KfW-Standards erfüllen und Förderung beantragen
KfW-Förderung: Bis zu 75% der Kosten sparen
Mit KfW-Förderung werden Heizungswechsel und Sanierung deutlich günstiger:
💰 KfW 261/262
Wärmepumpen-spezifische Förderung
- • Bis 70% Zuschuss
- • Oder 30% Steuergutschrift
- • Ohne Sanierung möglich
🏠 KfW 430/431
Energetische Sanierung komplett
- • Bis 75% Zuschuss
- • Darlehen bis 100k€
- • Dämmung + Heizung
Mehr Infos: Wie wird eine Wärmepumpe vom Staat gefördert?
Fazit: Die beste Heizung für Altbauten
Für die meisten Altbauten ist die Luftwärmepumpe die beste Wahl – wenn die Rahmenbedingungen stimmen (Vorlauftemperatur, Sanierung, Dimensionierung). Sie ist zukunftssicher, mit KfW-Förderung bezahlbar, und über 20 Jahre deutlich günstiger als Gas oder Öl.
Für besondere Fälle (denkmalgeschützte Gebäude, extreme Kälte, sehr schlechte Dämmung) kann eine Hybrid-Lösung oder Pellets besser passen. Aber in 80% der Fälle: Wärmepumpe + etwas Sanierung + KfW-Förderung = optimale Lösung.
Der entscheidende Punkt: Nicht lange warten. Gas wird teurer, Förderung ist jetzt verfügbar, und je früher du investierst, desto länger sparen Sie.
Finde die perfekte Heizung für deinen Altbau
Mit unserem Wärmepumpen-Rechner analysierst du deine optimale Heizlösung, dein Sparpotenzial und die KfW-Förderung.
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