Heizsysteme im Vergleich

Heizlast bei Fußbodenheizung vs. Heizkörper

Die Wahl zwischen Fußbodenheizung und Heizkörpern hat direkten Einfluss auf die Heizlast und Effizienz deiner Wärmepumpe. Erfahre, warum die Vorlauftemperatur entscheidend ist und wie du dein Heizsystem optimal dimensionierst.

Autor: vind26. Januar 202612 min Lesezeit

Die Heizlast deines Gebäudes ist unabhängig vom gewählten Heizsystem — aber die Art der Wärmeübergabe (Fußbodenheizung oder Heizkörper) beeinflusst massiv die benötigte Vorlauftemperatur und damit die Effizienz deiner Wärmepumpe. Hier erfährst du alle wichtigen Unterschiede.

Grundlegende Unterschiede der Heizsysteme

Ob Fußbodenheizung oder Heizkörper — die Heizlast deines Gebäudes bleibt gleich. Sie beschreibt die Wärmemenge, die du benötigst, um dein Zuhause an kalten Wintertagen auf der gewünschten Raumtemperatur zu halten. Was sich jedoch fundamental unterscheidet, ist die Art der Wärmeabgabe und die damit verbundene Vorlauftemperatur.

EigenschaftFußbodenheizungHeizkörperErklärung
Wärmeabgabe pro m²50–100 W/m²
300–2.000 W/m²
Heizkörper geben auf kleiner Fläche viel Leistung ab, Fußbodenheizung verteilt die Wärme gleichmäßig
Oberflächentemperatur24–29 °C
40–80 °C
Heizkörper sind deutlich wärmer, Fußbodenheizung bleibt körperwarm
Strahlungswärme-Anteil~60 %
~30 %
Fußbodenheizung nutzt mehr Strahlungswärme (angenehmer), Heizkörper vor allem Konvektion
Reaktionszeit2–4 h
0,5–1 h
Heizkörper reagieren schneller, Fußbodenheizung ist träger
WärmespeicherungHoch (Estrich)
Niedrig
Fußbodenheizung speichert Wärme im Estrich, Heizkörper kaum

Gut zu wissen

Die Heizlast ist eine Gebäudeeigenschaft und hängt von Dämmung, Fläche, Fenstern und Standort ab — nicht vom Heizsystem. Allerdings beeinflusst die Systemwahl massiv die Jahresarbeitszahl (JAZ) deiner Wärmepumpe.

Fußbodenheizung: Flächenheizung mit großer Übertragungsfläche

Eine Fußbodenheizung nutzt die gesamte Bodenfläche zur Wärmeabgabe. Durch diese große Übertragungsfläche kann sie mit deutlich niedrigeren Temperaturen arbeiten:

  • Vorlauftemperatur: 30–40 °C (Neubau) bis 35–45 °C (Altbau)
  • Wärmeabgabe: Hauptsächlich durch Strahlung (ca. 60 %) und Konvektion (ca. 40 %)
  • Temperaturverteilung: Gleichmäßige Raumtemperatur vom Boden bis zur Decke
  • Reaktionszeit: Träge — Aufheizen dauert mehrere Stunden

Heizkörper: Punktuelle Wärmeabgabe

Heizkörper konzentrieren die Wärmeabgabe auf kleine Flächen an den Wänden. Um die gleiche Heizlast abzudecken, benötigen sie deshalb höhere Temperaturen:

  • Vorlauftemperatur: 50–70 °C (moderne Anlagen) bis 70–90 °C (Altbau)
  • Wärmeabgabe: Hauptsächlich durch Konvektion (ca. 70 %) und Strahlung (ca. 30 %)
  • Temperaturverteilung: Wärme steigt auf, Temperaturgradient im Raum
  • Reaktionszeit: Schnell — Aufheizen in 30–60 Minuten

Vorlauftemperatur und ihre Bedeutung für die Heizlast

Die Vorlauftemperatur ist der Schlüsselfaktor, der Fußbodenheizung und Heizkörper unterscheidet. Sie bestimmt, wie effizient deine Wärmepumpe arbeiten kann — und damit deine Heizkosten.

Wärmepumpen-Effizienz nach Vorlauftemperatur

COP-Wert bei −5 °C Außentemperatur (höher = effizienter)

✓ Fußbodenheizung (35 °C)

COP 4,8 → aus 1 kWh Strom werden 4,8 kWh Wärme

△ Alte Heizkörper (65 °C)

COP 2,5 → aus 1 kWh Strom werden nur 2,5 kWh Wärme

* Beispielwerte für Luft-Wasser-Wärmepumpe. Tatsächliche Werte abhängig von Wärmepumpenmodell und Außentemperatur. Heizkosten berechnet für 10.000 kWh Wärmebedarf bei 0,30 €/kWh Strompreis.

Warum niedrige Vorlauftemperaturen so wichtig sind

Wärmepumpen funktionieren nach dem Prinzip eines umgekehrten Kühlschranks: Sie "pumpen" Wärme aus der Umgebung (Luft, Erdreich, Grundwasser) auf ein höheres Temperaturniveau. Je kleiner dieser Temperaturhub ist, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe.

Effizienzbeispiel

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe bei −5 °C Außentemperatur erreicht:

  • COP ~3,5 bei 35 °C Vorlauftemperatur (Fußbodenheizung)
  • COP ~2,2 bei 55 °C Vorlauftemperatur (Heizkörper)

Das bedeutet: Mit Fußbodenheizung produzierst du aus 1 kWh Strom ca. 3,5 kWh Wärme, mit klassischen Heizkörpern nur 2,2 kWh — über 50 % Effizienzunterschied!

Für die Planung deiner Wärmepumpe bedeutet das: Die Heizlast ist zwar identisch, aber das System mit niedrigerer Vorlauftemperatur (Fußbodenheizung) ist deutlich wirtschaftlicher im Betrieb.

Heizlastberechnung im Vergleich

Die theoretische Heizlast eines Raumes ist unabhängig vom Heizsystem. Ein 20 m² Wohnzimmer mit bestimmten Fenstern, Wänden und Dämmung hat immer die gleiche Heizlast — egal ob du eine Fußbodenheizung oder Heizkörper installierst.

Heizlast ist unabhängig vom Heizsystem

Bei gleicher Außentemperatur ist die benötigte Wärmeleistung identisch — nur die Vorlauftemperatur unterscheidet sich

Fußbodenheizung

Heizlast bei −7 °C:11 kW
Vorlauftemperatur:35 °C
COP:~3,8

Heizkörper

Heizlast bei −7 °C:11 kW
Vorlauftemperatur:55 °C
COP:~3,0

* Beispiel: 150 m² Einfamilienhaus, mittlere Dämmung. Die Heizlast ist bei beiden Systemen identisch, aber die niedrigere Vorlauftemperatur der Fußbodenheizung führt zu höherer Wärmepumpen-Effizienz.

Praktische Unterschiede in der Berechnung

Obwohl die reine Heizlast identisch ist, gibt es in der Praxis wichtige Unterschiede bei der Systemauslegung:

Fußbodenheizung

Übertragungsfläche

Gesamte Bodenfläche

Vorlauftemperatur

30–45 °C

Reaktionszeit

2–4 Stunden

Vorteile

  • Niedrigste Vorlauftemperatur → höchste Effizienz
  • Gleichmäßige Wärmeverteilung im Raum
  • Keine sichtbaren Heizkörper → mehr Gestaltungsfreiheit
  • Angenehmes Raumklima durch Strahlungswärme

Nachteile

  • Träge Reaktion auf Temperaturänderungen
  • Höhere Installationskosten
  • Nachrüstung aufwendig (Bodenarbeiten)

Heizkörper

Übertragungsfläche

Heizkörper-Oberfläche

Vorlauftemperatur

50–70 °C

Reaktionszeit

30–60 Minuten

Vorteile

  • Schnelle Reaktion auf Temperaturänderungen
  • Geringere Installationskosten
  • Einfach nachrüstbar und austauschbar
  • Ideal für zeitweise beheizte Räume

Nachteile

  • Höhere Vorlauftemperatur → geringere Effizienz
  • Ungleichmäßige Temperaturverteilung (warm oben, kühl unten)
  • Platzbedarf an Wänden
  • Hauptsächlich Konvektionswärme (trocknet Luft)

Wichtig für die Dimensionierung

Der vind Heizlastrechner berechnet die geschossweise Heizlast deines Gebäudes. Diese überschlägige Berechnung gibt dir einen sehr guten Anhaltspunkt für die Wärmepumpen-Dimensionierung — unabhängig davon, ob du Fußbodenheizung oder Heizkörper nutzt. Die Vorlauftemperatur wird dann bei der Wärmepumpen-Auslegung berücksichtigt.

Was bedeutet das konkret?

Beispiel: Ein Einfamilienhaus mit 150 m² Wohnfläche hat eine berechnete Heizlast von 9 kW.

  • Mit Fußbodenheizung: Du benötigst eine Wärmepumpe, die 9 kW bei 35 °C Vorlauftemperatur liefert
  • Mit Heizkörpern: Du benötigst eine Wärmepumpe, die 9 kW bei 55 °C Vorlauftemperatur liefert

Die benötigte Wärmemenge ist gleich, aber die Wärmepumpe muss bei Heizkörpern härter arbeiten (höherer Temperaturhub), was ihre Leistung reduziert und mehr Strom verbraucht.

Auswirkung auf die Wärmepumpen-Effizienz

Die Kombination aus Wärmepumpe und Heizsystem ist entscheidend für die Gesamteffizienz deiner Heizungsanlage. Hier zeigt sich der größte Unterschied zwischen Fußbodenheizung und Heizkörpern.

Jahresarbeitszahl (JAZ) im Vergleich

Die JAZ beschreibt, wie viel Wärme deine Wärmepumpe im Jahresdurchschnitt aus einer Kilowattstunde Strom erzeugt. Sie ist der wichtigste Kennwert für die Wirtschaftlichkeit:

HeizsystemVorlauftemperaturTypische JAZHeizkosten p.a.*
Fußbodenheizung (Neubau)30–35 °C4,5–5,5~600 €
Fußbodenheizung (Altbau)35–40 °C4,0–4,5~750 €
Niedertemperatur-Heizkörper45–50 °C3,5–4,0~850 €
Standard-Heizkörper55–65 °C2,8–3,5~1.050 €
Alte Heizkörper (Altbau)70–90 °C2,0–2,8~1.450 €

* Beispielrechnung für 10.000 kWh Wärmebedarf bei 0,30 €/kWh Strompreis

Achtung bei Altbau-Heizkörpern

Alte Heizkörper mit hohen Vorlauftemperaturen (70+ °C) sind für Wärmepumpen kritisch. Die Effizienz sinkt massiv, und oft sind die Wärmepumpen gar nicht für solch hohe Temperaturen ausgelegt. In diesem Fall solltest du größere Heizkörper nachrüsten oder auf Fußbodenheizung umstellen.

Langfristige Betriebskosten

Über die Lebensdauer einer Wärmepumpe (ca. 20 Jahre) summieren sich die Effizienzunterschiede erheblich. Bei einem typischen Einfamilienhaus mit 10.000 kWh Wärmebedarf pro Jahr:

  • Fußbodenheizung (JAZ 4,5): ~12.000 € Heizkosten über 20 Jahre
  • Heizkörper (JAZ 3,0): ~20.000 € Heizkosten über 20 Jahre
  • Differenz: 8.000 € Mehrkosten bei Heizkörpern

Diese Mehrkosten können die höheren Installationskosten einer Fußbodenheizung oft vollständig ausgleichen — vor allem, wenn du BAFA-Förderung nutzt.

Dimensionierung in der Praxis

Wenn du deine Wärmepumpe dimensionierst, musst du sowohl die Heizlast als auch die benötigte Vorlauftemperatur berücksichtigen. Hier zeigen sich die praktischen Unterschiede zwischen den Heizsystemen.

Dimensionierungs-Rechner

Vergleiche die Auswirkungen der Systemwahl auf deine Wärmepumpen-Dimensionierung

10 kW

Ergebnis für Fußbodenheizung

Benötigte Wärmepumpen-Leistung

10 kW

bei 35 °C Vorlauftemperatur

COP bei −5 °C

4.5

Sehr effizient

Stromverbrauch pro Jahr

~2.222 kWh

bei 10.000 kWh Wärmebedarf

Heizkosten pro Jahr

~666

bei 0,30 €/kWh

Optimale Wahl: Fußbodenheizung bietet die höchste Effizienz für Wärmepumpen und spart langfristig am meisten Heizkosten.

* Beispielrechnung mit typischen Werten. Tatsächliche Werte abhängig von Wärmepumpenmodell, Standort und Dämmstandard.

Typische Auslegungspunkte

Wärmepumpen werden üblicherweise auf einen bivalenten Betriebspunkt ausgelegt — also auf eine Außentemperatur, bei der sie etwa 80–90 % der Heizlast decken können:

  • Fußbodenheizung: Dimensionierung auf −7 °C Außentemperatur und 35 °C Vorlauftemperatur
  • Heizkörper: Dimensionierung auf −7 °C Außentemperatur und 50–55 °C Vorlauftemperatur

Gut zu wissen

Bei sehr tiefen Außentemperaturen (die nur wenige Tage im Jahr auftreten) kann ein elektrischer Heizstab die Spitzenlast abdecken. Das ist wirtschaftlich sinnvoller, als die Wärmepumpe für Extremsituationen zu überdimensionieren.

Einfluss auf die Wärmepumpen-Auswahl

Die benötigte Vorlauftemperatur beeinflusst direkt, welche Wärmepumpe für dein Projekt geeignet ist:

Luft-Wasser-Wärmepumpe

Flexibel einsetzbar, aber Leistung stark temperaturabhängig

  • Ideal mit Fußbodenheizung: Hohe Effizienz bei niedrigen Vorlauftemperaturen
  • Mit Heizkörpern: Eingeschränkte Leistung, oft Heizstab für Spitzenlast nötig

Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme)

Konstante Quelle, höhere Vorlauftemperaturen möglich

  • Ideal mit Fußbodenheizung: Maximale Effizienz das ganze Jahr
  • Gut mit Heizkörpern: Kann auch höhere Vorlauftemperaturen effizient liefern

Mehr Informationen zur richtigen Dimensionierung findest du in unserem Dimensionierungs-Leitfaden.

Nachrüstung und Umstellung

Viele Hausbesitzer stehen vor der Frage: Kann ich meine bestehenden Heizkörper mit einer Wärmepumpe nutzen, oder muss ich auf Fußbodenheizung umstellen?

Neubau

Fußbodenheizung

Optimal
  • Ohnehin Estricharbeiten geplant → geringe Mehrkosten
  • Maximale Wärmepumpen-Effizienz von Anfang an
  • Langfristig geringste Betriebskosten
  • Höchste BAFA-Förderung möglich

Zu beachten: In selten genutzten Räumen (Gästezimmer) können ergänzend Heizkörper sinnvoll sein

Umfassende Sanierung mit Bodenerneuerung

Fußbodenheizung

Optimal
  • Bodenaufbau wird ohnehin erneuert
  • Nur geringe Mehrkosten für Heizrohre
  • Deutlich höhere Effizienz als mit alten Heizkörpern
  • Wertsteigerung der Immobilie

Zu beachten: Zeitplanung beachten: Estrich braucht 3–6 Wochen Trocknungszeit

Teilsanierung / Heizungstausch ohne Bodenarbeiten

Neue Heizkörper

Pragmatisch
  • Keine aufwendigen Bodenarbeiten nötig
  • Schnelle Installation (1–2 Wochen)
  • Deutlich günstiger als Fußbodenheizung nachrüsten
  • Mit vergrößerten Heizkörpern wärmepumpentauglich

Zu beachten: Niedrigtemperatur-Heizkörper wählen (ausgelegt für 45–50 °C) statt Standardheizkörper

Altbau mit sehr schlechter Dämmung

Erst Dämmung, dann Entscheidung

Bedingt
  • Hohe Heizlast macht jedes System ineffizient
  • Erst Dämmung verbessern → Heizlast senken
  • Dann ggf. mit kleinerer Wärmepumpe wirtschaftlich
  • Fußbodenheizung erst nach Dämmung wirklich sinnvoll

Zu beachten: Förderung für Sanierungsfahrplan nutzen — Energieberater hilft bei optimaler Reihenfolge

Heizkörper für Wärmepumpe nachrüsten

Wenn deine bestehenden Heizkörper für hohe Vorlauftemperaturen (70+ °C) ausgelegt sind, hast du mehrere Optionen:

1Größere Heizkörper installieren

Durch größere Flächen können niedrigere Vorlauftemperaturen (45–50 °C) erreicht werden

  • Kosten: 300–600 € pro Heizkörper
  • Vorteil: Keine Bodenarbeiten nötig, schnelle Installation
  • Nachteil: Höhere Vorlauftemperatur als Fußbodenheizung

2Niedertemperatur-Heizkörper

Spezielle Heizkörper mit optimierter Wärmeabgabe für Wärmepumpen

  • Kosten: 400–800 € pro Heizkörper
  • Vorteil: Optimiert für 45–50 °C, kompakte Bauweise
  • Nachteil: Teurer als Standard-Heizkörper

3Teilweise auf Fußbodenheizung umstellen

Hauptwohnbereiche mit Fußbodenheizung, Schlafzimmer mit Heizkörpern

  • Kosten: 50–80 €/m² für Fußbodenheizung
  • Vorteil: Optimale Effizienz in Hauptbereichen, geringere Kosten
  • Nachteil: Bodenarbeiten in ausgewählten Räumen nötig

4Komplett auf Fußbodenheizung umstellen

Vollständiger Austausch des Heizsystems für maximale Effizienz

  • Kosten: 50–80 €/m² (bei ohnehin geplanter Sanierung günstiger)
  • Vorteil: Beste Effizienz, höchster Komfort, maximale Förderung
  • Nachteil: Umfangreiche Bodenarbeiten, Estrich-Trocknungszeit

Förderung nutzen

Die BAFA fördert den Einbau von Wärmepumpen mit bis zu 40 % der förderfähigen Kosten. Bei gleichzeitiger Installation einer Fußbodenheizung können auch diese Kosten teilweise gefördert werden. Mehr dazu in unserem Förderungs-Leitfaden.

Fußbodenheizung nachträglich einbauen

Es gibt verschiedene Systeme für den nachträglichen Einbau von Fußbodenheizungen:

  • Nasssystem (klassisch): Rohre im Estrich, 8–12 cm Aufbauhöhe, beste Wärmespeicherung
  • Dünnschicht-System: Geringere Aufbauhöhe (3–5 cm), schnellere Reaktionszeit
  • Trockenbau-System: Ohne Estrich, sofort begehbar, ideal bei geringer Raumhöhe

Wichtig: Der nachträgliche Einbau sollte idealerweise im Rahmen einer umfassenden Sanierung erfolgen, da ohnehin Böden erneuert werden.

Kosten und Wirtschaftlichkeit

Die Entscheidung zwischen Fußbodenheizung und Heizkörpern ist auch eine wirtschaftliche Frage. Neben den Installationskosten spielen die laufenden Betriebskosten eine entscheidende Rolle.

Investitionskosten im Vergleich

PositionFußbodenheizungHeizkörper
Material & Installation50–80 €/m² Wohnfläche300–600 € pro Heizkörper
Beispiel: 120 m² EFH6.000–9.600 €3.000–6.000 €
(10 Heizkörper)
Lebensdauer30–50 Jahre20–30 Jahre
Wartungskosten p.a.~50–100 €~100–150 €

Amortisationsrechnung

Trotz höherer Installationskosten kann sich eine Fußbodenheizung durch die geringeren Betriebskosten langfristig rechnen:

Beispielrechnung: 120 m² Einfamilienhaus, 10.000 kWh Wärmebedarf p.a.

Variante A: Fußbodenheizung (JAZ 4,5)

  • Installationskosten: 8.000 €
  • Jährliche Heizkosten: 667 € (2.222 kWh × 0,30 €)
  • BAFA-Förderung (30 %): −2.400 €
  • Tatsächliche Investition: 5.600 €

Variante B: Neue Heizkörper (JAZ 3,5)

  • Installationskosten: 5.000 €
  • Jährliche Heizkosten: 857 € (2.857 kWh × 0,30 €)
  • BAFA-Förderung (30 %): −1.500 €
  • Tatsächliche Investition: 3.500 €

Amortisation nach ca. 11 Jahren

  • Mehrkosten Fußbodenheizung: 2.100 €
  • Jährliche Einsparung: 190 € (857 € − 667 €)
  • Amortisationszeit: 2.100 € ÷ 190 €/Jahr ≈ 11 Jahre
  • Über 20 Jahre: 1.700 € Gewinn durch Fußbodenheizung

Gut zu wissen

Die Rechnung wird noch günstiger, wenn du die Fußbodenheizung im Rahmen einer ohnehin geplanten Sanierung einbaust. Dann fallen viele Kosten (Estrich, Bodenbelag) sowieso an und nur die Mehrkosten für das Heizungssystem sind relevant.

Weitere Wirtschaftlichkeitsfaktoren

  • Wertsteigerung: Eine moderne Fußbodenheizung erhöht den Immobilienwert
  • Förderung: BAFA fördert Wärmepumpen mit bis zu 40 % (inklusive Heizungsoptimierung)
  • Strompreisentwicklung: Je höher der Strompreis, desto wichtiger die Effizienz
  • CO₂-Preis: Zukünftige CO₂-Bepreisung macht effiziente Systeme wirtschaftlicher

Mehr zur Wirtschaftlichkeit von Wärmepumpen findest du in unserem Kosten-Leitfaden.

Fazit: Welches System ist das Richtige für dich?

Die Heizlast deines Gebäudes ist unabhängig vom Heizsystem — aber die Wahl zwischen Fußbodenheizung und Heizkörpern hat erhebliche Auswirkungen auf die Effizienz und Wirtschaftlichkeit deiner Wärmepumpe.

✓ Fußbodenheizung ideal für:

  • • Neubauten und umfassende Sanierungen
  • • Maximale Wärmepumpen-Effizienz (JAZ 4,5–5,5 möglich)
  • • Niedrigste Betriebskosten
  • • Höchsten Wohnkomfort
  • • Langfristige Investition

△ Heizkörper sinnvoll bei:

  • • Begrenztem Budget und keiner Bodensanierung
  • • Schnellem Wärmebedarf (Gästezimmer, Arbeitszimmer)
  • • Teilsanierung (einzelne Räume mit Heizkörpern belassen)
  • • Mit vergrößerten/optimierten Heizkörpern für Niedertemperatur

Unser Tipp: Nutze den vind Heizlastrechner, um die Heizlast deines Gebäudes geschossweise zu berechnen. Diese Grundlage hilft dir bei der richtigen Dimensionierung deiner Wärmepumpe — unabhängig vom gewählten Heizsystem. Für die Systemwahl selbst beraten wir dich gerne im Rahmen unserer Wärmepumpen-Installation.

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