Gebäudetypen

Heizlast bei verschiedenen Dämmstandards: KfW 55, 40, 40 Plus

Je besser die Dämmung, desto niedriger die Heizlast – und desto kleiner kann deine Wärmepumpe sein. Erfahre, wie sich KfW 55, KfW 40 und KfW 40 Plus auf deinen Wärmebedarf auswirken.

Autor: vind26. Januar 202612 Min. Lesezeit

Der Dämmstandard deines Gebäudes ist einer der wichtigsten Faktoren bei der Heizlastberechnung. Ein KfW 40-Haus hat eine bis zu 70% niedrigere Heizlast als ein unsanierter Altbau – was bedeutet, dass du eine deutlich kleinere (und günstigere) Wärmepumpe benötigst.

Was sind KfW-Dämmstandards?

KfW-Dämmstandards definieren, wie energieeffizient ein Gebäude ist. Die Zahl hinter “KfW” gibt an, wie viel Primärenergie das Haus im Vergleich zu einem Referenzgebäude benötigt. Ein KfW 40-Haus benötigt nur 40% der Energie eines Referenzgebäudes – je niedriger die Zahl, desto besser die Dämmung und desto geringer die Heizlast.

KfW 55

Solider Effizienzstandard mit guter Dämmung und moderater Investition

KfW 40

Hoher Effizienzstandard mit sehr guter Dämmung und deutlich reduzierter Heizlast

KfW 40 Plus

Höchster Standard mit Eigenstromversorgung und minimaler Heizlast

Gut zu wissen

Die KfW-Förderung für Neubauten wurde 2022 eingestellt, aber die Standards bleiben wichtige Orientierungswerte für energieeffizientes Bauen. Für Sanierungen gibt es weiterhin attraktive Förderprogramme.

KfW-Effizienzstandards im Detail

Jeder KfW-Standard stellt spezifische Anforderungen an die Dämmung und Energieeffizienz eines Gebäudes. Diese Anforderungen wirken sich direkt auf die Heizlast aus – und damit auf die Größe und Kosten der benötigten Wärmepumpe.

KfW-Effizienzstandards im Vergleich

Wähle einen Standard, um die Details und typische Heizlastwerte zu sehen.

KfW 40 – Technische Anforderungen

Hoher Effizienzstandard mit sehr guter Dämmung

Primärenergiebedarf

40% vom Referenzgebäude

Transmissionswärmeverlust

55% vom Referenzgebäude

U-Werte (Wärmedurchgangskoeffizient)

Außenwand

≤ 0,15 W/(m²·K)

Dach

≤ 0,10 W/(m²·K)

Fenster

≤ 0,80 W/(m²·K)

Typische Heizlast

30-40 W/m²

Für ein Standard-Einfamilienhaus

Gut zu wissen

Die U-Werte (Wärmedurchgangskoeffizient) geben an, wie viel Wärme durch ein Bauteil verloren geht. Je niedriger der U-Wert, desto besser die Dämmung. Mehr dazu in unserem Artikel über U-Wert und Heizlast.

Heizlast-Unterschiede zwischen den Standards

Der Dämmstandard hat einen massiven Einfluss auf die Heizlast. Ein unsanierter Altbau hat typischerweise eine Heizlast von 100-150 W/m², während ein KfW 40-Haus nur noch 30-40 W/m² benötigt – das ist eine Reduktion um bis zu 75%.

Heizlast nach Dämmstandard

Je besser die Dämmung, desto niedriger die Heizlast. Das spart nicht nur Energie, sondern ermöglicht auch eine kleinere (und günstigere) Wärmepumpe.

Einsparung KfW 55 vs. Altbau

~60%

Deutlich kleinere Wärmepumpe nötig

Einsparung KfW 40+ vs. KfW 55

~40%

Weitere Effizienzsteigerung möglich

Was bedeutet das für dich?

Eine niedrigere Heizlast hat mehrere Vorteile:

  • Kleinere Wärmepumpe: Weniger Heizlast bedeutet, dass du eine kleinere und günstigere Wärmepumpe kaufen kannst
  • Niedrigere Betriebskosten: Weniger Wärmebedarf = weniger Stromverbrauch = niedrigere Heizkosten
  • Höhere Effizienz: Kleinere Wärmepumpen arbeiten oft effizienter und erreichen höhere Jahresarbeitszahlen (JAZ)
  • Flexibilität bei der Heizung: Mit niedriger Heizlast können auch Niedertemperatursysteme wie Fußbodenheizung optimal genutzt werden

Heizlast-Rechner nach Dämmstandard

Berechne schnell, wie sich der Dämmstandard auf die Heizlast deines Gebäudes auswirkt. Diese vereinfachte Berechnung basiert auf durchschnittlichen Werten pro Quadratmeter für verschiedene Standards.

Heizlast-Rechner nach Dämmstandard

Berechne die Heizlast deines Gebäudes basierend auf Wohnfläche und Dämmstandard.

Geschätzte Heizlast

7.0 kW

Bei 47 W/m² für KfW 55

Empfohlene Wärmepumpe

8 kW

Mit 10% Reserve

Einsparung vs. Altbau

61%

10.9 kW weniger

Hinweis: Dies ist eine vereinfachte Schätzung. Für eine präzise Berechnung nutze unseren geschossweisen Heizlastrechner, der weitere Faktoren wie Raumhöhe, Fensterflächen und Lüftungswärmeverluste berücksichtigt.

Praxisbeispiele: Reale Gebäude im Vergleich

Um die Unterschiede greifbarer zu machen, schauen wir uns drei reale Beispiele an. Diese Gebäude zeigen, wie sich verschiedene Dämmstandards auf Heizlast, Wärmepumpengröße und jährliche Heizkosten auswirken.

Praxisbeispiele aus echten Projekten

So sehen Heizlast und Wärmepumpengröße bei realen Gebäuden mit unterschiedlichen Dämmstandards aus.

KfW 40

Neubau Einfamilienhaus

Einfamilienhaus · 140

Heizlast4.9 kW
Wärmepumpe6 kW
Heizkosten/Jahr~3200

Ausstattung

  • Moderne Dreifachverglasung
  • 20 cm Wanddämmung (Mineralwolle)
  • 30 cm Dachdämmung
  • Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung
KfW 55

Sanierter Altbau

Zweifamilienhaus · 180

Heizlast8.5 kW
Wärmepumpe9 kW
Heizkosten/Jahr~5400

Ausstattung

  • Neue Zweifachverglasung
  • 16 cm Außendämmung (WDVS)
  • Dachdämmung nachgerüstet
  • Kellerdecke gedämmt
KfW 40 Plus

Premium-Effizienzhaus

Einfamilienhaus · 160

Heizlast4.5 kW
Wärmepumpe5 kW
Heizkosten/Jahr~2800

Ausstattung

  • Premium-Dreifachverglasung
  • 24 cm Wanddämmung
  • Luftdichtheit nach Blower-Door-Test
  • PV-Anlage mit Stromspeicher

Gut zu wissen

Alle Beispiele nutzen moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen. Mit besserer Dämmung werden nicht nur die Anlagen kleiner, sondern auch die erreichbare Jahresarbeitszahl (JAZ) steigt – was die Heizkosten weiter senkt.

U-Werte und ihre Bedeutung für die Heizlast

Der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) ist die zentrale Kennzahl für die Dämmqualität. Er gibt an, wie viel Wärme durch einen Quadratmeter Bauteilfläche bei einem Temperaturunterschied von 1 Kelvin verloren geht.

BauteilAltbauKfW 85KfW 55KfW 40
Außenwand1,0-1,40,280,200,15
Dach/oberste Geschossdecke0,8-1,20,200,140,10
Fenster2,5-3,01,300,950,80
Kellerdecke1,0-1,50,350,250,20
Alle Werte in W/(m²·K). Je niedriger der Wert, desto besser die Dämmung.

So beeinflussen U-Werte die Heizlast

Die Heizlast berechnet sich unter anderem aus dem Transmissionswärmeverlust, der direkt von den U-Werten abhängt. Die Formel lautet:

QT = U × A × ΔT

QT

Transmissionswärmeverlust (W)

U × A

U-Wert × Fläche des Bauteils

ΔT

Temperaturdifferenz innen/außen

Beispielrechnung: Eine 100 m² große Außenwand mit U-Wert 1,0 W/(m²·K) (Altbau) und 20 K Temperaturdifferenz verliert: 100 × 1,0 × 20 = 2.000 W. Dieselbe Wand mit U-Wert 0,15 W/(m²·K) (KfW 40) verliert nur: 100 × 0,15 × 20 = 300 W – eine Reduktion um 85%!

Auswirkung auf die Wärmepumpen-Dimensionierung

Die Heizlast bestimmt direkt, welche Wärmepumpe du benötigst. Eine zu kleine Pumpe schafft es nicht, dein Haus an kalten Tagen warm zu halten. Eine zu große Pumpe kostet unnötig viel und arbeitet ineffizient.

Beispiel: 150 m² Haus, KfW 55

Heizlast7,1 kW
Empfohlene Pumpe8 kW
Gerätekosten~16.000 €

Beispiel: 150 m² Haus, Altbau

Heizlast18 kW
Empfohlene Pumpe20 kW
Gerätekosten~24.000 €

Gut zu wissen

In Altbauten mit hoher Heizlast ist oft eine vorherige Sanierung der Gebäudehülle wirtschaftlicher als der direkte Einbau einer großen Wärmepumpe. Mehr dazu in unserem Artikel Wärmepumpe und Dämmung.

Faustregel für die Wärmepumpen-Dimensionierung

  • Berechne die Heizlast deines Gebäudes (z.B. mit unserem geschossweisen Heizlastrechner)
  • Addiere 10-15% Reserve für besonders kalte Tage und Warmwasserbereitung
  • Wähle die nächstgrößere verfügbare Wärmepumpen-Größe (meist in 2-kW-Schritten)

Mehr Details zur richtigen Dimensionierung findest du in unserem Artikel Wärmepumpe richtig dimensionieren.

Kosten-Nutzen-Analyse: Lohnt sich bessere Dämmung?

Bessere Dämmung kostet mehr Geld in der Anschaffung – aber spart langfristig durch niedrigere Heizkosten und eine kleinere Wärmepumpe. Hier die Rechnung:

Kosten-Nutzen-Analyse verschiedener Dämmstandards

Höhere Dämmstandards kosten mehr in der Anschaffung, sparen aber langfristig durch niedrigere Heizkosten und kleinere Wärmepumpen.

10 Jahre30 Jahre
StandardDämmungWärmepumpeHeizkosten/JahrGesamt 20Jvs. Baseline
KfW 85Baseline35.000
18.000
9 kW
6.200177.000
KfW 5545.000
16.000
7 kW
4.700155.000-22.000
KfW 4055.000
15.000
6 kW
3.800146.000-31.000
KfW 40 Plus65.000
14.000
5 kW
3.200143.000-34.000

Investition

Höhere Dämmstandards erfordern größere Anfangsinvestitionen, aber kleinere Wärmepumpen.

Einsparung

Bessere Dämmung senkt die jährlichen Heizkosten um bis zu 50% und mehr.

Amortisation

Je länger der Betrachtungszeitraum, desto mehr lohnt sich eine bessere Dämmung.

Gut zu wissen

Diese Beispielrechnung zeigt: Bei einem Betrachtungszeitraum von 20+ Jahren rechnet sich eine bessere Dämmung fast immer. Hinzu kommen nicht-monetäre Vorteile wie höherer Wohnkomfort, Wertsteigerung der Immobilie und Beitrag zum Klimaschutz.

Sanierung bestehender Gebäude auf KfW-Standard

Du hast einen Altbau und möchtest auf Wärmepumpe umsteigen? Dann ist eine energetische Sanierung oft der erste Schritt. Typische Sanierungsmaßnahmen umfassen:

Wichtigste Sanierungsmaßnahmen nach Priorität

1. Dämmung der obersten Geschossdecke / Dach

Top-Priorität

Wärme steigt nach oben – durch ein ungedämmtes Dach gehen 20-30% der Heizwärme verloren. Die Dämmung ist relativ günstig und bringt den größten Effekt.

Kosten50-100 €/m²

2. Fenster erneuern

Hohe Priorität

Alte Einfachverglasung hat U-Werte von 5-6 W/(m²·K), moderne Dreifachverglasung nur 0,7-0,9 W/(m²·K). Das macht einen riesigen Unterschied.

Kosten400-800 €/m²

3. Außenwand-Dämmung (WDVS)

Mittlere Priorität

Die größte Fläche mit viel Einsparpotenzial, aber auch die teuerste Maßnahme. Wärmedämmverbundsystem (WDVS) ist die gängigste Lösung.

Kosten120-200 €/m²

4. Kellerdecke dämmen

Nice-to-have

Oft unterschätzt: Eine ungedämmte Kellerdecke sorgt für kalte Füße im Erdgeschoss. Die Dämmung ist günstig und einfach von unten anzubringen.

Kosten30-60 €/m²

Stufenweise Sanierung: Der pragmatische Ansatz

Du musst nicht alles auf einmal machen. Eine stufenweise Sanierung ist oft wirtschaftlicher:

  1. Phase 1 – Dach und Fenster: Diese Maßnahmen bringen den größten Effekt bei moderatem Aufwand. Damit erreichst du oft schon KfW 85-Niveau und kannst eine Wärmepumpe sinnvoll betreiben.
  2. Phase 2 – Außenwände: Wenn Fassade oder Putz sowieso erneuert werden müssen, ist der Zusatzaufwand für eine Dämmung überschaubar.
  3. Phase 3 – Kellerdecke und Details: Zuletzt die kleineren Maßnahmen, die das Gesamtpaket abrunden.

Förderung und Zuschüsse für energetische Sanierung

Der Staat unterstützt energetische Sanierungen mit attraktiven Förderprogrammen. Die wichtigsten:

BAFA-Förderung für Einzelmaßnahmen

Bis zu 20% Zuschuss

Auf förderfähige Kosten bis 60.000 € pro Wohneinheit

  • Dämmung von Außenwänden, Dach, Kellerdecke
  • Erneuerung von Fenstern und Türen
  • Auch für Wärmepumpen: Bis zu 70% Förderung möglich!

Mehr Details: BAFA-Förderung Übersicht

KfW-Kredit für Komplettsanierung

Kredit bis 150.000 € + Tilgungszuschuss

Je nach erreichtem Effizienzhaus-Standard

Effizienzhaus 85

5% Tilgung

Effizienzhaus 55

15% Tilgung

Mehr Details: KfW Sanieren Zuschuss

Steuerliche Förderung

20% der Kosten von der Steuer absetzen

Verteilt über 3 Jahre, max. 40.000 € pro Objekt

Alternative zu BAFA/KfW-Förderung. Kann sich lohnen, wenn die Voraussetzungen für andere Förderungen nicht erfüllt sind.

Gut zu wissen

Wichtig: Förderanträge müssen VOR Beginn der Maßnahme gestellt werden. Plane also ausreichend Zeit für die Antragstellung ein. Eine Energieberatung ist oft Voraussetzung für die Förderung.

Berechne jetzt deine Heizlast

Unser geschossweiser Heizlastrechner berücksichtigt deinen individuellen Dämmstandard und gibt dir präzise Werte für die Wärmepumpen-Dimensionierung.

Fazit: Der Dämmstandard macht den Unterschied

Der Dämmstandard deines Gebäudes ist einer der wichtigsten Faktoren für die Heizlast – und damit für die Dimensionierung und Wirtschaftlichkeit deiner Wärmepumpe. Die wichtigsten Erkenntnisse:

Bessere Dämmung = niedrigere Heizlast

Ein KfW 40-Haus hat eine bis zu 70% niedrigere Heizlast als ein unsanierter Altbau. Das bedeutet eine deutlich kleinere und günstigere Wärmepumpe.

Heizlast vor Wärmepumpe berechnen

Eine präzise Heizlastberechnung ist die Grundlage für die richtige Wärmepumpen-Dimensionierung. Unser geschossweiser Rechner hilft dir dabei.

Sanierung lohnt sich langfristig

Höhere Anfangsinvestition, aber deutlich niedrigere Betriebskosten. Bei einem Zeithorizont von 20+ Jahren rechnet sich bessere Dämmung fast immer.

Nächste Schritte

  1. Berechne deine aktuelle Heizlast mit unserem geschossweisen Heizlastrechner
  2. Prüfe Sanierungspotenzial: Welche Maßnahmen würden deine Heizlast am meisten senken?
  3. Informiere dich über Förderung: Nutze die BAFA-Förderung für Dämmung und Wärmepumpe
  4. Wärmepumpe dimensionieren: Mit der berechneten Heizlast kannst du die richtige Wärmepumpen-Größe bestimmen
  5. Online planen bei vind: Plane deine Wärmepumpe direkt online mit transparenten Kosten und erhalte ein Festpreis-Angebot
Kostenlos & unverbindlich

Jetzt Heizlast berechnen und Wärmepumpe richtig dimensionieren

Nutze unseren geschossweisen Heizlastrechner für eine präzise Berechnung basierend auf deinem individuellen Dämmstandard. In nur 5 Minuten zur richtigen Wärmepumpen-Größe.

Berücksichtigt deinen Dämmstandard
Geschossweise Berechnung
Direkte Wärmepumpen-Empfehlung

Der vind Heizlastrechner führt eine überschlägige, geschossweise Berechnung durch. Für BAFA-Förderanträge ist eine detaillierte DIN-Berechnung erforderlich.