Der Dämmstandard deines Gebäudes ist einer der wichtigsten Faktoren bei der Heizlastberechnung. Ein KfW 40-Haus hat eine bis zu 70% niedrigere Heizlast als ein unsanierter Altbau – was bedeutet, dass du eine deutlich kleinere (und günstigere) Wärmepumpe benötigst.
Was sind KfW-Dämmstandards?
KfW-Dämmstandards definieren, wie energieeffizient ein Gebäude ist. Die Zahl hinter “KfW” gibt an, wie viel Primärenergie das Haus im Vergleich zu einem Referenzgebäude benötigt. Ein KfW 40-Haus benötigt nur 40% der Energie eines Referenzgebäudes – je niedriger die Zahl, desto besser die Dämmung und desto geringer die Heizlast.
KfW 55
Solider Effizienzstandard mit guter Dämmung und moderater Investition
KfW 40
Hoher Effizienzstandard mit sehr guter Dämmung und deutlich reduzierter Heizlast
KfW 40 Plus
Höchster Standard mit Eigenstromversorgung und minimaler Heizlast
Gut zu wissen
KfW-Effizienzstandards im Detail
Jeder KfW-Standard stellt spezifische Anforderungen an die Dämmung und Energieeffizienz eines Gebäudes. Diese Anforderungen wirken sich direkt auf die Heizlast aus – und damit auf die Größe und Kosten der benötigten Wärmepumpe.
KfW-Effizienzstandards im Vergleich
Wähle einen Standard, um die Details und typische Heizlastwerte zu sehen.
KfW 40 – Technische Anforderungen
Hoher Effizienzstandard mit sehr guter Dämmung
Primärenergiebedarf
40% vom Referenzgebäude
Transmissionswärmeverlust
55% vom Referenzgebäude
U-Werte (Wärmedurchgangskoeffizient)
Außenwand
≤ 0,15 W/(m²·K)
Dach
≤ 0,10 W/(m²·K)
Fenster
≤ 0,80 W/(m²·K)
Typische Heizlast
30-40 W/m²
Für ein Standard-Einfamilienhaus
Gut zu wissen
Heizlast-Unterschiede zwischen den Standards
Der Dämmstandard hat einen massiven Einfluss auf die Heizlast. Ein unsanierter Altbau hat typischerweise eine Heizlast von 100-150 W/m², während ein KfW 40-Haus nur noch 30-40 W/m² benötigt – das ist eine Reduktion um bis zu 75%.
Heizlast nach Dämmstandard
Je besser die Dämmung, desto niedriger die Heizlast. Das spart nicht nur Energie, sondern ermöglicht auch eine kleinere (und günstigere) Wärmepumpe.
Einsparung KfW 55 vs. Altbau
~60%
Deutlich kleinere Wärmepumpe nötig
Einsparung KfW 40+ vs. KfW 55
~40%
Weitere Effizienzsteigerung möglich
Was bedeutet das für dich?
Eine niedrigere Heizlast hat mehrere Vorteile:
- Kleinere Wärmepumpe: Weniger Heizlast bedeutet, dass du eine kleinere und günstigere Wärmepumpe kaufen kannst
- Niedrigere Betriebskosten: Weniger Wärmebedarf = weniger Stromverbrauch = niedrigere Heizkosten
- Höhere Effizienz: Kleinere Wärmepumpen arbeiten oft effizienter und erreichen höhere Jahresarbeitszahlen (JAZ)
- Flexibilität bei der Heizung: Mit niedriger Heizlast können auch Niedertemperatursysteme wie Fußbodenheizung optimal genutzt werden
Heizlast-Rechner nach Dämmstandard
Berechne schnell, wie sich der Dämmstandard auf die Heizlast deines Gebäudes auswirkt. Diese vereinfachte Berechnung basiert auf durchschnittlichen Werten pro Quadratmeter für verschiedene Standards.
Heizlast-Rechner nach Dämmstandard
Berechne die Heizlast deines Gebäudes basierend auf Wohnfläche und Dämmstandard.
Geschätzte Heizlast
7.0 kW
Bei 47 W/m² für KfW 55
Empfohlene Wärmepumpe
8 kW
Mit 10% Reserve
Einsparung vs. Altbau
61%
10.9 kW weniger
Hinweis: Dies ist eine vereinfachte Schätzung. Für eine präzise Berechnung nutze unseren geschossweisen Heizlastrechner, der weitere Faktoren wie Raumhöhe, Fensterflächen und Lüftungswärmeverluste berücksichtigt.
Praxisbeispiele: Reale Gebäude im Vergleich
Um die Unterschiede greifbarer zu machen, schauen wir uns drei reale Beispiele an. Diese Gebäude zeigen, wie sich verschiedene Dämmstandards auf Heizlast, Wärmepumpengröße und jährliche Heizkosten auswirken.
Praxisbeispiele aus echten Projekten
So sehen Heizlast und Wärmepumpengröße bei realen Gebäuden mit unterschiedlichen Dämmstandards aus.
Neubau Einfamilienhaus
Einfamilienhaus · 140 m²
Ausstattung
- Moderne Dreifachverglasung
- 20 cm Wanddämmung (Mineralwolle)
- 30 cm Dachdämmung
- Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung
Sanierter Altbau
Zweifamilienhaus · 180 m²
Ausstattung
- Neue Zweifachverglasung
- 16 cm Außendämmung (WDVS)
- Dachdämmung nachgerüstet
- Kellerdecke gedämmt
Premium-Effizienzhaus
Einfamilienhaus · 160 m²
Ausstattung
- Premium-Dreifachverglasung
- 24 cm Wanddämmung
- Luftdichtheit nach Blower-Door-Test
- PV-Anlage mit Stromspeicher
Gut zu wissen
U-Werte und ihre Bedeutung für die Heizlast
Der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) ist die zentrale Kennzahl für die Dämmqualität. Er gibt an, wie viel Wärme durch einen Quadratmeter Bauteilfläche bei einem Temperaturunterschied von 1 Kelvin verloren geht.
| Bauteil | Altbau | KfW 85 | KfW 55 | KfW 40 |
|---|---|---|---|---|
| Außenwand | 1,0-1,4 | 0,28 | 0,20 | 0,15 |
| Dach/oberste Geschossdecke | 0,8-1,2 | 0,20 | 0,14 | 0,10 |
| Fenster | 2,5-3,0 | 1,30 | 0,95 | 0,80 |
| Kellerdecke | 1,0-1,5 | 0,35 | 0,25 | 0,20 |
So beeinflussen U-Werte die Heizlast
Die Heizlast berechnet sich unter anderem aus dem Transmissionswärmeverlust, der direkt von den U-Werten abhängt. Die Formel lautet:
QT = U × A × ΔT
QT
Transmissionswärmeverlust (W)
U × A
U-Wert × Fläche des Bauteils
ΔT
Temperaturdifferenz innen/außen
Beispielrechnung: Eine 100 m² große Außenwand mit U-Wert 1,0 W/(m²·K) (Altbau) und 20 K Temperaturdifferenz verliert: 100 × 1,0 × 20 = 2.000 W. Dieselbe Wand mit U-Wert 0,15 W/(m²·K) (KfW 40) verliert nur: 100 × 0,15 × 20 = 300 W – eine Reduktion um 85%!
Auswirkung auf die Wärmepumpen-Dimensionierung
Die Heizlast bestimmt direkt, welche Wärmepumpe du benötigst. Eine zu kleine Pumpe schafft es nicht, dein Haus an kalten Tagen warm zu halten. Eine zu große Pumpe kostet unnötig viel und arbeitet ineffizient.
Beispiel: 150 m² Haus, KfW 55
Beispiel: 150 m² Haus, Altbau
Gut zu wissen
Faustregel für die Wärmepumpen-Dimensionierung
- Berechne die Heizlast deines Gebäudes (z.B. mit unserem geschossweisen Heizlastrechner)
- Addiere 10-15% Reserve für besonders kalte Tage und Warmwasserbereitung
- Wähle die nächstgrößere verfügbare Wärmepumpen-Größe (meist in 2-kW-Schritten)
Mehr Details zur richtigen Dimensionierung findest du in unserem Artikel Wärmepumpe richtig dimensionieren.
Kosten-Nutzen-Analyse: Lohnt sich bessere Dämmung?
Bessere Dämmung kostet mehr Geld in der Anschaffung – aber spart langfristig durch niedrigere Heizkosten und eine kleinere Wärmepumpe. Hier die Rechnung:
Kosten-Nutzen-Analyse verschiedener Dämmstandards
Höhere Dämmstandards kosten mehr in der Anschaffung, sparen aber langfristig durch niedrigere Heizkosten und kleinere Wärmepumpen.
| Standard | Dämmung | Wärmepumpe | Heizkosten/Jahr | Gesamt 20J | vs. Baseline |
|---|---|---|---|---|---|
| KfW 85Baseline | 35.000 € | 18.000 € 9 kW | 6.200 € | 177.000 € | — |
| KfW 55 | 45.000 € | 16.000 € 7 kW | 4.700 € | 155.000 € | -22.000 € |
| KfW 40 | 55.000 € | 15.000 € 6 kW | 3.800 € | 146.000 € | -31.000 € |
| KfW 40 Plus | 65.000 € | 14.000 € 5 kW | 3.200 € | 143.000 € | -34.000 € |
Investition
Höhere Dämmstandards erfordern größere Anfangsinvestitionen, aber kleinere Wärmepumpen.
Einsparung
Bessere Dämmung senkt die jährlichen Heizkosten um bis zu 50% und mehr.
Amortisation
Je länger der Betrachtungszeitraum, desto mehr lohnt sich eine bessere Dämmung.
Gut zu wissen
Sanierung bestehender Gebäude auf KfW-Standard
Du hast einen Altbau und möchtest auf Wärmepumpe umsteigen? Dann ist eine energetische Sanierung oft der erste Schritt. Typische Sanierungsmaßnahmen umfassen:
Wichtigste Sanierungsmaßnahmen nach Priorität
1. Dämmung der obersten Geschossdecke / Dach
Top-PrioritätWärme steigt nach oben – durch ein ungedämmtes Dach gehen 20-30% der Heizwärme verloren. Die Dämmung ist relativ günstig und bringt den größten Effekt.
2. Fenster erneuern
Hohe PrioritätAlte Einfachverglasung hat U-Werte von 5-6 W/(m²·K), moderne Dreifachverglasung nur 0,7-0,9 W/(m²·K). Das macht einen riesigen Unterschied.
3. Außenwand-Dämmung (WDVS)
Mittlere PrioritätDie größte Fläche mit viel Einsparpotenzial, aber auch die teuerste Maßnahme. Wärmedämmverbundsystem (WDVS) ist die gängigste Lösung.
4. Kellerdecke dämmen
Nice-to-haveOft unterschätzt: Eine ungedämmte Kellerdecke sorgt für kalte Füße im Erdgeschoss. Die Dämmung ist günstig und einfach von unten anzubringen.
Stufenweise Sanierung: Der pragmatische Ansatz
Du musst nicht alles auf einmal machen. Eine stufenweise Sanierung ist oft wirtschaftlicher:
- Phase 1 – Dach und Fenster: Diese Maßnahmen bringen den größten Effekt bei moderatem Aufwand. Damit erreichst du oft schon KfW 85-Niveau und kannst eine Wärmepumpe sinnvoll betreiben.
- Phase 2 – Außenwände: Wenn Fassade oder Putz sowieso erneuert werden müssen, ist der Zusatzaufwand für eine Dämmung überschaubar.
- Phase 3 – Kellerdecke und Details: Zuletzt die kleineren Maßnahmen, die das Gesamtpaket abrunden.
Förderung und Zuschüsse für energetische Sanierung
Der Staat unterstützt energetische Sanierungen mit attraktiven Förderprogrammen. Die wichtigsten:
BAFA-Förderung für Einzelmaßnahmen
Bis zu 20% Zuschuss
Auf förderfähige Kosten bis 60.000 € pro Wohneinheit
- ✓Dämmung von Außenwänden, Dach, Kellerdecke
- ✓Erneuerung von Fenstern und Türen
- ✓Auch für Wärmepumpen: Bis zu 70% Förderung möglich!
Mehr Details: BAFA-Förderung Übersicht
KfW-Kredit für Komplettsanierung
Kredit bis 150.000 € + Tilgungszuschuss
Je nach erreichtem Effizienzhaus-Standard
Effizienzhaus 85
5% Tilgung
Effizienzhaus 55
15% Tilgung
Mehr Details: KfW Sanieren Zuschuss
Steuerliche Förderung
20% der Kosten von der Steuer absetzen
Verteilt über 3 Jahre, max. 40.000 € pro Objekt
Alternative zu BAFA/KfW-Förderung. Kann sich lohnen, wenn die Voraussetzungen für andere Förderungen nicht erfüllt sind.
Gut zu wissen
Fazit: Der Dämmstandard macht den Unterschied
Der Dämmstandard deines Gebäudes ist einer der wichtigsten Faktoren für die Heizlast – und damit für die Dimensionierung und Wirtschaftlichkeit deiner Wärmepumpe. Die wichtigsten Erkenntnisse:
Bessere Dämmung = niedrigere Heizlast
Ein KfW 40-Haus hat eine bis zu 70% niedrigere Heizlast als ein unsanierter Altbau. Das bedeutet eine deutlich kleinere und günstigere Wärmepumpe.
Heizlast vor Wärmepumpe berechnen
Eine präzise Heizlastberechnung ist die Grundlage für die richtige Wärmepumpen-Dimensionierung. Unser geschossweiser Rechner hilft dir dabei.
Sanierung lohnt sich langfristig
Höhere Anfangsinvestition, aber deutlich niedrigere Betriebskosten. Bei einem Zeithorizont von 20+ Jahren rechnet sich bessere Dämmung fast immer.
Nächste Schritte
- Berechne deine aktuelle Heizlast mit unserem geschossweisen Heizlastrechner
- Prüfe Sanierungspotenzial: Welche Maßnahmen würden deine Heizlast am meisten senken?
- Informiere dich über Förderung: Nutze die BAFA-Förderung für Dämmung und Wärmepumpe
- Wärmepumpe dimensionieren: Mit der berechneten Heizlast kannst du die richtige Wärmepumpen-Größe bestimmen
- Online planen bei vind: Plane deine Wärmepumpe direkt online mit transparenten Kosten und erhalte ein Festpreis-Angebot
Jetzt Heizlast berechnen und Wärmepumpe richtig dimensionieren
Nutze unseren geschossweisen Heizlastrechner für eine präzise Berechnung basierend auf deinem individuellen Dämmstandard. In nur 5 Minuten zur richtigen Wärmepumpen-Größe.
Der vind Heizlastrechner führt eine überschlägige, geschossweise Berechnung durch. Für BAFA-Förderanträge ist eine detaillierte DIN-Berechnung erforderlich.