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Heizlast Grundlagen

U-Wert und Heizlast: Wie Wärmedurchgang die Berechnung beeinflusst

Der U-Wert ist der wichtigste Faktor für deine Heizlast. Verstehe, wie Wärmedurchgang funktioniert und wie du durch bessere Dämmung deine Wärmepumpe optimal dimensionierst.

Heizlast kostenlos berechnenZum Heizlast-Leitfaden

U-Wert Rechner

100 m²
1.00 W/(m²·K)
PassivhausAltbau
32 K
Innen 20°C, Außen -12°C
Wärmeverlust3200 W
Jährlicher Energiebedarf12800 kWh/a
Jährliche Kosten~4480 €/a
Formel: Wärmeverlust = U-Wert × Fläche × Temperaturdifferenz

Inhaltsverzeichnis

Autor: vind•26. Januar 2026•14 Min. Lesezeit

Der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) bestimmt maßgeblich, wie viel Wärme durch Wände, Fenster und Dach verloren geht – und damit auch, wie groß deine Wärmepumpe sein muss. In diesem Artikel erfährst du alles über U-Werte, ihre Bedeutung für die Heizlastberechnung und wie du durch Optimierung Geld sparst.

Was ist der U-Wert?

Der U-Wert (auch Wärmedurchgangskoeffizient genannt) ist eine der wichtigsten Kennzahlen in der Gebäudeenergietechnik. Er gibt an, wie viel Wärmeenergie durch ein Bauteil von innen nach außen verloren geht.

Definition und Einheit

Der U-Wert wird in W/(m²·K) (Watt pro Quadratmeter und Kelvin) angegeben und beschreibt:

  • W = Wärmeleistung in Watt, die verloren geht
  • m² = pro Quadratmeter Bauteilfläche
  • K = pro Kelvin Temperaturunterschied zwischen innen und außen

Gut zu wissen

Einfach erklärt: Ein U-Wert von 1,0 W/(m²·K) bedeutet: Bei 1 m² Wandfläche und 1°C Temperaturunterschied gehen 1 Watt Wärme verloren. Je niedriger der U-Wert, desto besser ist die Dämmung.

Interpretation von U-Werten

U-WertDämmqualitätTypisches Beispiel
0,10-0,20Sehr gutPassivhaus, KfW 40
0,20-0,35GutNeubau nach GEG
0,35-0,70MittelTeilsanierter Altbau
0,70-1,40SchlechtAltbau 1950-1995
> 1,40Sehr schlechtAltbau vor 1950, ungedämmt

Wie beeinflusst der U-Wert die Heizlast?

Der U-Wert ist der wichtigste Einzelfaktor für die Transmissionswärmeverluste – also die Wärme, die durch die Gebäudehülle nach außen entweicht. Diese machen typischerweise 60-80% der gesamten Heizlast aus.

Der direkte Zusammenhang

Die Transmissionswärmeverluste werden mit folgender Formel berechnet:

Transmissionswärmeverluste
QT = U × A × ΔT
QT = Wärmeverlust in Watt [W]
U = U-Wert in W/(m²·K)
A = Fläche in m²
ΔT = Temperaturdifferenz in K

Gut zu wissen

Wichtig: Der U-Wert geht linear in die Berechnung ein. Das bedeutet: Halbierst du den U-Wert (z.B. durch Dämmung), halbierst du auch die Transmissionswärmeverluste dieses Bauteils.

Praktisches Beispiel

Betrachten wir eine 30 m² große Außenwand bei 32 K Temperaturdifferenz (20°C innen, -12°C außen):

Altbau ungedämmt (U = 1,4 W/(m²·K))
Q = 1,4 × 30 × 32 = 1.344 W
Teilsaniert (U = 0,5 W/(m²·K))
Q = 0,5 × 30 × 32 = 480 W (-64%)
Neubau gedämmt (U = 0,20 W/(m²·K))
Q = 0,20 × 30 × 32 = 192 W (-86%)

Wie du siehst, reduziert eine gute Dämmung (U-Wert von 1,4 auf 0,20) die Wärmeverluste um 86%!

U-Werte Außenwand im Vergleich

Sehr gut gedämmt
Schlecht gedämmt

U-Wert in der Heizlastberechnung

Bei der Heizlastberechnung werden für alle Bauteile der Gebäudehülle die U-Werte ermittelt und mit den jeweiligen Flächen multipliziert.

Schritt-für-Schritt Vorgehen

1
U-Werte ermitteln
Für jedes Bauteil (Wände, Fenster, Dach, Boden) den U-Wert bestimmen
2
Flächen berechnen
Die Flächen aller wärmeübertragenden Bauteile ermitteln
3
Temperaturdifferenz
Auslegungstemperatur für deinen Standort bestimmen (z.B. -12°C)
4
Wärmeverluste berechnen
Für jedes Bauteil: Q = U × A × ΔT
5
Summieren
Alle Transmissionswärmeverluste zusammenrechnen

Gut zu wissen

Der vind Heizlastrechner führt diese Berechnung automatisch für dich durch. Du gibst nur Baujahr, Sanierungsstand und Flächen ein – die passenden U-Werte werden automatisch verwendet.

Wärmeverluste nach Bauteil

🧱
Außenwände
120 m² · U = 1.40 W/(m²·K)
5376 W
38%
🪟
Fenster
25 m² · U = 2.80 W/(m²·K)
2240 W
16%
🏠
Dach
100 m² · U = 0.90 W/(m²·K)
2880 W
20%
⬇️
Kellerdecke
100 m² · U = 1.20 W/(m²·K)
3840 W
27%
Gesamte Transmissionswärmeverluste
bei 32 K Temperaturdifferenz
14.3 kW
Altbau: Hohe U-Werte führen zu hohen Wärmeverlusten. Eine energetische Sanierung kann die Heizlast um 60-70% reduzieren.

U-Werte verschiedener Bauteile im Detail

Verschiedene Bauteile haben unterschiedliche U-Werte und tragen unterschiedlich stark zur Gesamtheizlast bei. Hier ein Überblick:

Außenwände

Außenwände machen typischerweise 40-50% der Transmissionswärmeverluste aus, da sie die größte Fläche der Gebäudehülle bilden.

  • Passivhaus: U ≤ 0,15 W/(m²·K) – meist 30-40 cm Dämmung
  • Neubau GEG: U ≤ 0,24 W/(m²·K) – meist 16-20 cm WDVS
  • Saniert: U = 0,20-0,35 W/(m²·K) – 12-20 cm WDVS
  • Altbau: U = 1,0-2,0 W/(m²·K) – keine oder minimale Dämmung

Fenster

Fenster haben trotz kleinerer Fläche oft hohe U-Werte und machen 20-30% der Wärmeverluste aus.

  • Passivhaus: U = 0,60-0,80 W/(m²·K) – 3-fach Verglasung mit Edelgasfüllung
  • Neubau: U = 0,90-1,30 W/(m²·K) – 3-fach oder gute 2-fach Verglasung
  • Alt: U = 2,6-5,0 W/(m²·K) – 2-fach oder Einfachglas

Gut zu wissen

Fenster sind kritisch: Selbst moderne Fenster (U = 1,1 W/(m²·K)) haben einen 4-5x höheren U-Wert als gut gedämmte Wände (U = 0,20 W/(m²·K)). Daher sollte die Fensterfläche sinnvoll gewählt werden.

Dach / Oberste Geschossdecke

Das Dach trägt 15-25% zu den Wärmeverlusten bei. Da warme Luft nach oben steigt, ist eine gute Dachdämmung besonders wichtig.

  • Passivhaus: U ≤ 0,12 W/(m²·K) – 35-50 cm Dämmung
  • Neubau GEG: U ≤ 0,20 W/(m²·K) – 24-30 cm Dämmung
  • Saniert: U = 0,15-0,30 W/(m²·K) – 20-30 cm Dämmung
  • Altbau: U = 0,8-1,5 W/(m²·K) – keine oder dünne Dämmung

Kellerdecke / Bodenplatte

Der Boden macht 10-15% der Wärmeverluste aus. Oft wird die Bedeutung der Bodendämmung unterschätzt.

  • Passivhaus: U ≤ 0,15 W/(m²·K) – Perimeterdämmung 25-35 cm
  • Neubau GEG: U ≤ 0,30 W/(m²·K) – Dämmung unter der Bodenplatte
  • Saniert: U = 0,30-0,50 W/(m²·K) – Kellerdeckendämmung
  • Altbau: U = 0,9-1,5 W/(m²·K) – keine Dämmung

Umfassende U-Wert Tabelle

Diese Tabelle gibt dir einen Überblick über typische U-Werte für verschiedene Bauteile und Bauzustände:

Außenwände

Passivhaus-Standard0,10 - 0,15 W/(m²·K)
KfW 400,18 - 0,20 W/(m²·K)
KfW 55 / Neubau GEG0,20 - 0,28 W/(m²·K)
Saniert (WDVS 14-16 cm)0,20 - 0,30 W/(m²·K)
Teilsaniert (WDVS 8-10 cm)0,35 - 0,50 W/(m²·K)
Altbau 1980-19950,50 - 0,90 W/(m²·K)
Altbau 1950-19801,00 - 1,40 W/(m²·K)
Altbau vor 19501,40 - 2,00 W/(m²·K)

Fenster

Passivhaus (3-fach)0,60 - 0,80 W/(m²·K)
Neubau (3-fach)0,90 - 1,10 W/(m²·K)
Standard (2-fach)1,10 - 1,30 W/(m²·K)
Alt (2-fach)2,60 - 2,80 W/(m²·K)
Einfachglas5,00 - 6,00 W/(m²·K)

Dach / Oberste Geschossdecke

Passivhaus0,10 - 0,12 W/(m²·K)
KfW 400,12 - 0,15 W/(m²·K)
KfW 55 / Neubau GEG0,15 - 0,20 W/(m²·K)
Saniert (20-30 cm)0,15 - 0,25 W/(m²·K)
Teilsaniert (12-16 cm)0,25 - 0,35 W/(m²·K)
Altbau gedämmt0,40 - 0,80 W/(m²·K)
Altbau ungedämmt0,80 - 1,50 W/(m²·K)

Kellerdecke / Bodenplatte

Passivhaus0,12 - 0,15 W/(m²·K)
Neubau GEG0,25 - 0,35 W/(m²·K)
Saniert0,30 - 0,40 W/(m²·K)
Altbau gedämmt0,50 - 0,80 W/(m²·K)
Altbau ungedämmt0,90 - 1,50 W/(m²·K)

Hinweis: Diese Werte sind typische Richtwerte. Die tatsächlichen U-Werte können je nach Bauweise, Material und Zustand variieren. Für genaue Werte sollte ein Energieberater hinzugezogen werden.

Altbau vs. Neubau: Der U-Wert-Unterschied

Der Unterschied in den U-Werten zwischen Altbau und Neubau ist enorm und hat direkten Einfluss auf die benötigte Wärmepumpen-Größe.

Beispielrechnung: 140 m² Einfamilienhaus

Altbau (Baujahr 1970)

Außenwände (120 m²)U = 1,40
Fenster (25 m²)U = 2,80
Dach (100 m²)U = 0,90
Kellerdecke (100 m²)U = 1,20
Heizlast~14,5 kW
Benötigte WP: 15-16 kW

Neubau (KfW 55)

Außenwände (120 m²)U = 0,24
Fenster (25 m²)U = 1,10
Dach (100 m²)U = 0,18
Kellerdecke (100 m²)U = 0,28
Heizlast~4,8 kW
Benötigte WP: 5-6 kW

Gut zu wissen

Ergebnis: Der Neubau hat eine um 67% niedrigere Heizlast als der Altbau – allein durch bessere U-Werte. Das bedeutet eine kleinere, effizientere Wärmepumpe und deutlich geringere Heizkosten.

Mehr dazu findest du in unserem Artikel über Heizlast im Altbau und Heizlast im Neubau.

U-Wert optimieren: Lohnt sich das?

Die Optimierung der U-Werte durch energetische Sanierung ist eine der effektivsten Maßnahmen zur Heizlastreduktion. Aber lohnt sich das auch wirtschaftlich?

Vorteile besserer U-Werte

  • Kleinere Wärmepumpe: Niedrigere Heizlast ermöglicht eine kleinere WP (Ersparnis: 3.000-5.000€)
  • Höhere Effizienz: Kleinere WP läuft effizienter, bessere JAZ
  • Geringere Heizkosten: Dauerhaft 40-70% weniger Heizenergie
  • Höherer Wohnkomfort: Weniger kalte Wände, gleichmäßigere Temperaturen
  • Wertsteigerung: Besserer Energieausweis, höherer Verkaufswert
  • BAFA-Förderung: Bis zu 20% der Sanierungskosten werden gefördert

Wirtschaftlichkeit von Dämmmaßnahmen

MaßnahmeKostenEinsparung/JahrAmortisation
Dachdämmung (20 cm)8.000-12.000€400-600€13-20 Jahre
WDVS Außenwand (16 cm)15.000-25.000€700-1.100€14-23 Jahre
Fenster (3-fach)10.000-18.000€300-500€20-35 Jahre
Kellerdeckendämmung3.000-5.000€200-350€9-17 Jahre

Gut zu wissen

Tipp: Beginne mit den Maßnahmen, die das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis haben: Kellerdeckendämmung und Dachdämmung sind oft am wirtschaftlichsten. Eine WDVS lohnt sich besonders, wenn ohnehin ein neuer Außenputz fällig ist.

Mehr Informationen zur Förderung findest du in unserem BAFA-Förderung Guide.

Einfluss des U-Werts auf die Wärmepumpen-Dimensionierung

Der U-Wert hat direkten Einfluss darauf, wie groß deine Wärmepumpe sein muss. Eine bessere Dämmung (niedrigere U-Werte) ermöglicht eine kleinere, effizientere Wärmepumpe.

Warum kleinere Wärmepumpen besser sind

  • Geringere Anschaffungskosten: 3.000-5.000€ Ersparnis
  • Bessere JAZ: Kleinere WP läuft mehr im optimalen Bereich
  • Weniger Takten: Längere Laufzeiten, weniger An/Aus-Zyklen
  • Längere Lebensdauer: Weniger Verschleiß durch Takten
  • Geringerer Stromverbrauch: Dauerhaft niedrigere Betriebskosten

Gut zu wissen

Wichtig: Plane erst die Dämmung, dann die Wärmepumpe! Wenn du zuerst die WP kaufst und danach dämmst, ist sie überdimensioniert und arbeitet ineffizient.

Beispiel: Auswirkung von Sanierung auf WP-Größe

Ausgangssituation: Altbau unsaniert
Heizlast14,5 kW
Benötigte WP16 kW (≈ 18.000€)
Jährlicher Stromverbrauch~8.500 kWh
Nach Sanierung (WDVS + Dach + Fenster)
Heizlast5,2 kW (-64%)
Benötigte WP6 kW (≈ 12.000€)
Jährlicher Stromverbrauch~3.100 kWh (-64%)
Gesamtersparnis
WP-Anschaffung- 6.000€
Jährliche Stromkosten (0,35€/kWh)- 1.890€/Jahr

Mehr zur richtigen Dimensionierung erfährst du in unserem Artikel Wärmepumpe richtig dimensionieren.

U-Wert und Vorlauftemperatur

Niedrigere U-Werte haben noch einen weiteren Vorteil: Bei gut gedämmten Gebäuden kann die Vorlauftemperatur der Wärmepumpe niedriger sein (30-35°C statt 45-55°C), was die Effizienz (JAZ) deutlich erhöht.

Gut zu wissen

Faustregel: Pro 5 K niedrigere Vorlauftemperatur steigt die JAZ um ca. 8-10%. Eine gute Dämmung ermöglicht niedrige Vorlauftemperaturen und damit hohe Effizienz.

Mehr zum Thema findest du hier: Vorlauftemperatur und Heizlast.

Häufig gestellte Fragen

Der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) gibt an, wie viel Wärmeenergie pro Quadratmeter Bauteilfläche und pro Grad Temperaturunterschied von innen nach außen verloren geht. Die Einheit ist W/(m²·K). Je niedriger der U-Wert, desto besser die Dämmung. Ein U-Wert von 0,20 W/(m²·K) ist sehr gut gedämmt, 1,50 W/(m²·K) ist schlecht gedämmt.
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