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Grundlagen

Was ist Heizlast und warum ist sie wichtig für deine Wärmepumpe?

Die Heizlast ist die wichtigste Kennzahl für die Dimensionierung deiner Wärmepumpe. Verstehe, was sie bedeutet, wie sie berechnet wird und warum die richtige Größe Tausende Euro sparen kann.

Heizlast Simulator

Verstehe den Zusammenhang zwischen Heizlast und Wärmepumpengröße

Berechnete Heizlast8.5 kW
3 kW18 kW

Optimal dimensioniert

10 kW Wärmepumpe

+10% Reserve = effizient

⚠️

Überdimensioniert

12 kW Wärmepumpe

+40% = ~4.000€ teurer, ineffizient

Interaktive Visualisierung · Ziehe den Regler

Inhaltsverzeichnis

Autor: vind•26. Januar 2026•12 Min. Lesezeit

Die Heizlast ist die wichtigste Kennzahl für die Dimensionierung deiner Wärmepumpe. Verstehe, was sie bedeutet, wie sie berechnet wird und warum die richtige Größe Tausende Euro sparen kann.

Was ist Heizlast? Die Definition einfach erklärt

Die Heizlast (auch Normheizlast genannt) ist die Wärmeleistung in Kilowatt (kW), die eine Heizungsanlage erbringen muss, um ein Gebäude auch bei den kältesten zu erwartenden Außentemperaturen auf der gewünschten Innentemperatur zu halten.

Sie beschreibt den maximalen Wärmebedarf deines Hauses an dem kältesten Tag des Jahres. In Deutschland wird dabei in der Regel von einer Außentemperatur zwischen -10°C und -16°C (je nach Region) und einer Innentemperatur von 20°C ausgegangen.

Technische Definition

Die Heizlast ist die Summe aller Wärmeverluste eines Gebäudes (Transmission durch Bauteile + Lüftung) bei Auslegungstemperatur, gemessen in Kilowatt (kW) oder Watt pro Quadratmeter (W/m²).

Praktische Bedeutung

Die Heizlast sagt dir, wie groß deine Wärmepumpe sein muss, damit dein Haus auch im kältesten Winter warm bleibt. Sie ist die Grundlage für die richtige Dimensionierung.

Heizlast vs. Heizleistung: Der wichtige Unterschied

Diese beiden Begriffe werden häufig verwechselt, bezeichnen aber unterschiedliche Dinge:

BegriffBedeutungWovon abhängig?
HeizlastWärmebedarf des GebäudesDämmung, Größe, Standort
HeizleistungMaximale Leistung der HeizungTechnische Auslegung der Anlage

Gut zu wissen

Die Heizleistung deiner Wärmepumpe sollte die Heizlast deines Gebäudes um etwa 10-15% überschreiten. Das gibt dir eine kleine Reserve für extreme Kälte oder Aufheizphasen, ohne dass die Anlage überdimensioniert ist.

Typische Heizlast-Werte für Einfamilienhäuser

Zur Orientierung: Die Heizlast unterscheidet sich stark je nach Gebäudetyp und Dämmstandard. Hier sind typische Werte für ein 140 m² Einfamilienhaus:

Passivhaus (ab 2010)

15-25 W/m²

2-3,5 kW

bei 140 m²

Neubau KfW 40-55 (ab 2002)

40-50 W/m²

5,5-7 kW

bei 140 m²

Teilsanierter Altbau

60-80 W/m²

8,5-11 kW

bei 140 m²

Unsanierter Altbau (vor 1995)

80-150 W/m²

11-21 kW

bei 140 m²

Detaillierter Vergleich: Altbau vs. Neubau

Woraus setzt sich die Heizlast zusammen?

Die Heizlast eines Gebäudes ergibt sich aus zwei Hauptkomponenten: den Transmissionswärmeverlusten und den Lüftungswärmeverlusten.

Transmissionswärmeverluste

Wärme, die durch die Gebäudehülle nach außen verloren geht:

  • ▸Außenwände: Größter Verlustposten bei Altbauten (ca. 35%)
  • ▸Fenster: 15-25% je nach Qualität und Größe
  • ▸Dach: 15-20% bei schlechter Dämmung
  • ▸Bodenplatte/Keller: 5-10%
Formel: QT = A × U × ΔT
(Fläche × U-Wert × Temperaturdifferenz)

Lüftungswärmeverluste

Wärme, die durch Luftaustausch verloren geht:

  • ▸Fensterlüftung: Ca. 10-15% bei Altbauten mit dichteren Fenstern
  • ▸Kontrollierte Wohnraumlüftung (KWL): Bis zu 40% bei Neubauten (da Transmissionsverluste gering)
  • ▸Mit Wärmerückgewinnung: Verluste um 80-90% reduziert
Formel: QV = V̇ × ρ × cp × ΔT
(Luftvolumenstrom × Dichte × Wärmekapazität × Temp.diff.)

Verteilung der Wärmeverluste: Altbau vs. Neubau

Die Verteilung der Wärmeverluste unterscheidet sich stark zwischen Altbauten und modernen Neubauten. Bei Neubauten dominiert die Lüftung, da die Transmissionsverluste durch gute Dämmung minimiert sind.

Typische Verteilung der Wärmeverluste · Interaktive Darstellung

💡

Gut zu wissen

Bei gut gedämmten Neubauten machen Lüftungswärmeverluste oft mehr als 40% der Gesamtheizlast aus. Deshalb lohnt sich hier eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung besonders — sie kann die Heizlast um 30-40% reduzieren.

U-Wert und Heizlast: Der Zusammenhang

Warum die Heizlast für deine Wärmepumpe entscheidend ist

Die Heizlast ist der wichtigste Ausgangspunkt für die richtige Dimensionierung deiner Wärmepumpe. Eine falsche Größe führt zu erheblichen Nachteilen — sowohl bei zu großen als auch bei zu kleinen Anlagen.

Die richtige Größe finden: Heizlast + 10-15% Reserve

Die optimale Wärmepumpe sollte etwa 10-15% größer sein als die berechnete Heizlast. Diese Reserve reicht für:

  • Extreme Kälteperioden jenseits der Auslegungstemperatur
  • Aufheizphasen nach längerer Abwesenheit
  • Leichte Ungenauigkeiten in der Berechnung oder bauliche Änderungen

Dimensionierungs-Szenarien bei 8.5 kW Heizlast

Vergleich verschiedener Wärmepumpengrößen

Folgen falscher Dimensionierung

Zu kleine Wärmepumpe

  • Räume werden im Winter nicht ausreichend warm
  • Heizung läuft dauerhaft an der Leistungsgrenze
  • Höherer Verschleiß durch Dauerbetrieb
  • Evt. Zuschaltung teurer elektrischer Heizstäbe nötig

Zu große Wärmepumpe

  • 3.000-5.000€ höhere Anschaffungskosten
  • Häufiges Takten (An/Aus) = schlechter Wirkungsgrad
  • Schlechtere JAZ (Jahresarbeitszahl) = höhere Stromkosten
  • Kürzere Lebensdauer durch häufige Schaltzyklen

Vorteile optimaler Dimensionierung (Heizlast + 10-15%)

  • Optimale Effizienz & beste JAZ
  • Niedrigste Betriebskosten
  • Lange Laufzeiten ohne Takten
  • Maximale Lebensdauer
  • Gleichmäßiger Komfort
  • Reserve für Extremwetter

Heizlast und JAZ: Der Zusammenhang

Die Jahresarbeitszahl (JAZ) beschreibt die Effizienz deiner Wärmepumpe über ein ganzes Jahr. Eine korrekte Dimensionierung basierend auf der Heizlast ist entscheidend für eine hohe JAZ:

4.0+

Optimal dimensioniert

JAZ 4.0-4.5: 1 kWh Strom erzeugt 4-4.5 kWh Wärme

3.0-3.5

Überdimensioniert (+30-40%)

Häufiges Takten reduziert Effizienz deutlich

Wärmepumpe richtig dimensionierenHeizlast und JAZ: Der Zusammenhang

Finanzielle Auswirkungen der richtigen Heizlast

Die korrekte Heizlastberechnung ist nicht nur technisch wichtig — sie hat erhebliche finanzielle Auswirkungen. Eine falsch dimensionierte Wärmepumpe kostet dich über die Lebensdauer Tausende Euro.

Kostenvergleich verschiedener Dimensionierungen

DimensionierungWP-GrößeAnschaffungJahreskosten10-Jahre Gesamt
Zu klein7 kW12.000 €1.500 €27.000 €
OptimalEmpfohlen9 kW14.000 €950 €23.500 €
+20%10 kW15.500 €1.050 €26.000 €
+40%12 kW18.000 €1.250 €30.500 €
* Beispielrechnung für 8,5 kW Heizlast, 2000 Heizstunden/Jahr, 0,30 €/kWh Strom

Rechenbeispiel

Bei einer 40% Überdimensionierung (12 kW statt 9 kW) zahlst du über 10 Jahre etwa 7.000€ mehr — 4.000€ mehr Anschaffung und 3.000€ mehr Stromkosten. Eine korrekte Heizlastberechnung zahlt sich also schnell aus.

Gesamtkosten über 10 Jahre im Vergleich

Kumulative Gesamtkosten: Anschaffung + Betrieb über 10 Jahre

Weitere Kostenfaktoren durch falsche Heizlast

Indirekte Kosten bei Überdimensionierung

  • •Höhere Wartungskosten durch häufigere Schaltzyklen
  • •Frühere Reparaturen und Verschleißteilwechsel
  • •Kürzere Lebensdauer = frühere Neuanschaffung

Einsparungen durch optimale Dimensionierung

  • •Bis zu 300€/Jahr niedrigere Stromkosten vs. überdimensioniert
  • •3.000-5.000€ geringere Anschaffungskosten
  • •Höherer Wiederverkaufswert durch bessere Effizienz
Jetzt Heizlast berechnen & Kosten sparenMehr zu Kostenersparnissen

Heizlast nach Gebäudetyp: Der große Vergleich

Die Heizlast variiert stark je nach Gebäudetyp, Baujahr und Dämmstandard. Ein modernes Passivhaus hat weniger als ein Fünftel der Heizlast eines unsanierten Altbaus — das bedeutet entsprechend kleinere Wärmepumpen und dramatisch niedrigere Heizkosten.

Passivhaus

ab 2010

15-25 W/m²

Beispiel: 2-3,5 kW bei 140 m²

U-Wert: < 0.15 W/(m²K)

▸Hocheffiziente Dreifachverglasung
▸Lüftung mit Wärmerückgewinnung (90%)
▸Luftdichte Gebäudehülle
▸Optimale Wärmedämmung (>30 cm)

Neubau KfW 40-55

ab 2002

40-50 W/m²

Beispiel: 5,5-7 kW bei 140 m²

U-Wert: 0.20-0.28 W/(m²K)

▸Moderne Dreifachverglasung
▸Gute Dämmung (20-25 cm)
▸Kontrollierte Lüftung oft vorhanden
▸Erfüllt EnEV/GEG-Standards

Teilsanierter Altbau

1970-2000

60-80 W/m²

Beispiel: 8,5-11 kW bei 140 m²

U-Wert: 0.45-0.70 W/(m²K)

▸Zweifachverglasung nachgerüstet
▸Teilweise Fassadendämmung (10-15 cm)
▸Dachdämmung vorhanden
▸Kellerdecke meist ungedämmt

Unsanierter Altbau

vor 1980

80-150 W/m²

Beispiel: 11-21 kW bei 140 m²

U-Wert: 1.0-2.0 W/(m²K)

▸Einfachverglasung oder alte Kastenfenster
▸Keine oder minimale Dämmung
▸Hohe Wärmeverluste über Außenwände
▸Ungedämmtes Dach und Keller

Gut zu wissen

Der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) zeigt, wie viel Wärme durch ein Bauteil verloren geht. Je niedriger, desto besser die Dämmung. Ein unsanierter Altbau hat U-Werte um 1,5-2,0 W/(m²K), ein Passivhaus unter 0,15 W/(m²K) — das ist ein Faktor 10-13 weniger Wärmeverlust.

Sanierungspotenzial: Heizlast durch Dämmung reduzieren

Durch gezielte Sanierungsmaßnahmen lässt sich die Heizlast deutlich reduzieren. Das senkt nicht nur die erforderliche Wärmepumpengröße, sondern auch die laufenden Heizkosten erheblich.

Fassadendämmung (16-20 cm)

Größter Einzeleffekt

30-40%

Fenster austauschen (Zweifach → Dreifach)

Hohe Wirkung bei großer Fensterfläche

15-20%

Dachdämmung (25-30 cm)

Besonders wichtig bei Dachgeschoss

15-20%

Kellerdeckendämmung (10-15 cm)

Günstige Maßnahme mit guter Wirkung

5-10%

Lüftung mit Wärmerückgewinnung

Reduziert Lüftungsverluste um 80-90%

20-30%
Heizlast Altbau: BesonderheitenHeizlast Neubau: Moderne Effizienzhäuser

Häufig gestellte Fragen zur Heizlast

Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um Heizlast, Heizlastberechnung und Wärmepumpen-Dimensionierung.

Die Heizlast ist die Wärmeleistung in Kilowatt (kW), die eine Heizungsanlage erbringen muss, um dein Gebäude auch bei extremen Außentemperaturen (z.B. -12°C) auf der gewünschten Innentemperatur (z.B. 20°C) zu halten. Sie setzt sich zusammen aus Transmissionswärmeverlusten (Wärme, die durch Wände, Fenster, Dach und Boden verloren geht) und Lüftungswärmeverlusten (Wärme, die durch Luftaustausch verloren geht).
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