Die richtige Pufferspeicher-Größe ist entscheidend für die Effizienz deiner Wärmepumpe. Erfahre, wie du basierend auf deiner Heizlast die optimale Größe berechnest — mit Formeln, Beispielen und interaktivem Rechner.
Was ist ein Pufferspeicher und wann brauchst du ihn?
Ein Pufferspeicher ist ein Wärmespeicher, der warmes Heizungswasser zwischenspeichert. Bei Wärmepumpen erfüllt er wichtige Funktionen:
Vermeidung von Takten
Verhindert häufiges Ein- und Ausschalten der Wärmepumpe, was die Lebensdauer erhöht und die Effizienz verbessert.
Hydraulische Entkopplung
Trennt den Wärmepumpenkreis vom Heizkreis und ermöglicht unterschiedliche Volumenströme — wichtig für optimale Effizienz.
Mindestlaufzeit sicherstellen
Moderne Wärmepumpen benötigen eine Mindestlaufzeit von 10-15 Minuten. Der Pufferspeicher sorgt für ausreichend Wärmeabnahme.
Flexible Wärmeabgabe
Speichert Wärme für Spitzenlastzeiten und ermöglicht bessere Abstimmung zwischen Wärmeerzeugung und -verbrauch.
Wann ist ein Pufferspeicher Pflicht?
Ob ein Pufferspeicher notwendig ist, hängt von mehreren Faktoren ab:
Pufferspeicher meist erforderlich
Bei Split-Wärmepumpen (Außen- und Inneneinheit), kleineren Heizkreisen, modulierenden Wärmepumpen mit geringer Mindestleistung oder wenn mehrere Heizzonen vorhanden sind.
Situationsabhängig
Bei Monoblock-Wärmepumpen mit großem Heizkreis kann oft auf einen Pufferspeicher verzichtet werden — hängt aber vom hydraulischen Abgleich und der Heizfläche ab.
Meist nicht erforderlich
Bei sehr gut gedämmten Neubauten mit großflächiger Fußbodenheizung und ausreichendem Wasserinhalt im System.
Gut zu wissen
Pufferspeicher-Größe basierend auf Heizlast berechnen
Die optimale Pufferspeicher-Größe hängt direkt von deiner Heizlast und der Mindestlaufzeit deiner Wärmepumpe ab. Es gibt verschiedene Berechnungsmethoden:
Faustformel für die Dimensionierung
Interaktiver Pufferspeicher-Rechner
Berechne die empfohlene Pufferspeicher-Größe für deine Wärmepumpe basierend auf deiner Heizlast:
Kennst du deine Heizlast noch nicht? Jetzt berechnen
Herstellervorgabe beachten (typisch 10-15 Minuten)
In der Praxis solltest du die nächstgrößere verfügbare Standardgröße wählen (200, 300, 500, 800 oder 1000 Liter).
Gut zu wissen
Alternative Faustregeln
Neben der genauen Berechnung gibt es auch vereinfachte Faustregeln, die in der Praxis häufig verwendet werden:
Basierend auf Heizleistung
15-20 Liter pro kW Heizleistung der Wärmepumpe. Bei 8 kW Heizlast ergibt das 120-160 Liter → nächstgrößere Standardgröße: 200 Liter
Basierend auf Wohnfläche
2-3 Liter pro m² Wohnfläche bei Standarddämmung. Bei 150 m² ergibt das 300-450 Liter → typische Wahl: 300-500 Liter
Herstellerempfehlung
Viele Hersteller geben minimale Systemvolumina an (inkl. Heizkreis). Diese sollten unbedingt eingehalten werden, um Garantieansprüche nicht zu gefährden.
Gut zu wissen
Pufferspeicher-Größen nach Gebäudetyp
Die benötigte Pufferspeicher-Größe variiert stark je nach Gebäudetyp und Dämmstandard. Hier sind typische Beispiele aus der Praxis:
Einfamilienhaus (saniert)
Gut gedämmter Neubau oder sanierter Altbau (KfW 55/40). Niedrige Heizlast durch gute Dämmung.
Einfamilienhaus (Standard)
Standardgedämmtes Einfamilienhaus (~150 m²) nach EnEV 2014. Typischste Konstellation.
Einfamilienhaus (Altbau)
Unsanierter Altbau mit geringer Dämmung. Höhere Heizlast erfordert größeren Pufferspeicher.
Mehrfamilienhaus (klein)
3-4 Wohneinheiten mit zentraler Wärmepumpe. Größeres Systemvolumen erforderlich.
Mehrfamilienhaus (groß)
Größeres Mehrfamilienhaus (6-8 Einheiten). Bei noch größeren Objekten ggf. mehrere Pufferspeicher.
Gut zu wissen
Besonderheiten nach Gebäudetyp
Neubau (KfW 40/55)
Sehr niedrige Heizlast (oft 4-7 kW). Kleinere Pufferspeicher (200-300 L) sind meist ausreichend. Bei großflächiger Fußbodenheizung kann teilweise sogar auf Pufferspeicher verzichtet werden.
Mehr zu Neubau Heizlast →Altbau (unsaniert)
Höhere Heizlast (10-15 kW für EFH). Größere Pufferspeicher (500-800 L) empfohlen, besonders wenn noch alte Heizkörper mit hohen Vorlauftemperaturen vorhanden sind.
Mehr zu Altbau Heizlast →Mehrfamilienhaus
Deutlich höhere Heizlast (15-40 kW je nach Größe). Größere Pufferspeicher (800-1500 L) oder Kaskadenlösungen mit mehreren Speichern erforderlich.
Mehr zu Mehrfamilienhaus →Gut zu wissen
Einfluss der Pufferspeicher-Größe auf Effizienz und JAZ
Die Größe des Pufferspeichers hat direkten Einfluss auf die Effizienz deiner Wärmepumpe. Sowohl zu kleine als auch zu große Pufferspeicher können die Jahresarbeitszahl (JAZ) negativ beeinflussen.
Optimale Größe für maximale Effizienz
Beispielhafte Darstellung: JAZ-Verlauf bei 8 kW Heizlast
Zu klein
Häufiges Takten (kurze Laufzeiten), erhöhter Verschleiß, niedrigere Effizienz durch viele Start-Stopp-Zyklen.
Optimal
Ausreichend für Mindestlaufzeit, minimale Wärmeverluste, beste Effizienz durch lange, stabile Laufzeiten.
Zu groß
Hohe Wärmeverluste, lange Aufheizzeiten, unnötig hohe Anschaffungskosten, Platzverschwendung.
Wie der Pufferspeicher die Effizienz beeinflusst
Vermeidung von Takten
Jeder Start-Stopp-Zyklus kostet Effizienz. Ein richtig dimensionierter Pufferspeicher sorgt dafür, dass die Wärmepumpe mindestens 10-15 Minuten am Stück läuft — das erhöht die durchschnittliche Effizienz deutlich.
Optimierung der Laufzeiten
Mit Pufferspeicher kann die Wärmepumpe in den günstigsten Zeiten (z.B. bei höheren Außentemperaturen oder niedrigeren Strompreisen) laufen und die Wärme zwischenspeichern.
Hydraulische Trennung
Der Pufferspeicher entkoppelt Wärmepumpenkreis und Heizkreis. Das ermöglicht optimale Volumenströme in beiden Kreisen — wichtig für hohe Effizienz.
Wärmeverluste bei Überdimensionierung
Zu große Pufferspeicher haben mehr Oberfläche und damit höhere Abstrahlverluste. Außerdem dauert das Aufheizen länger, was bei intermittierendem Betrieb ineffizient ist.
Gut zu wissen
Schichtenspeicher vs. einfacher Pufferspeicher
Bei der Wahl des Pufferspeichers solltest du auch die Bauart berücksichtigen:
Einfacher Pufferspeicher
Schichtenspeicher
Gut zu wissen
Kosten und Wirtschaftlichkeit
Die Anschaffungs- und Betriebskosten eines Pufferspeichers sollten in die Gesamtkalkulation deiner Wärmepumpenanlage einfließen. Dabei gilt: Die richtige Größe spart langfristig Geld.
Anschaffungskosten nach Größe
Gut zu wissen
Betriebskosten und Amortisation
Wärmeverluste
Moderne, gut gedämmte Pufferspeicher haben Wärmeverluste von ca. 1-3 kWh pro Tag (je nach Größe und Temperaturniveau). Bei 0,30 €/kWh Strompreis entspricht das etwa 100-300 € pro Jahr.
Effizienzgewinn
Richtig dimensioniert verhindert der Pufferspeicher Takten und erhöht die JAZ um 0,2-0,5 Punkte. Das spart bei 8.000 kWh Heizwärme pro Jahr etwa 200-500 € an Heizkosten.
Wirtschaftlichkeit
Die Mehrkosten für einen optimal dimensionierten Pufferspeicher amortisieren sich typischerweise innerhalb von 3-6 Jahren durch höhere Effizienz und längere Lebensdauer der Wärmepumpe.
Wann lohnt sich ein größerer Pufferspeicher?
Größer wählen bei:
Kleiner ausreichend bei:
Gut zu wissen
Häufig gestellte Fragen zu Pufferspeichern
Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Dimensionierung von Pufferspeichern für Wärmepumpen.
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